"Die Fender oder die Gibson?" Oz sieht mich erwartungsvoll an und ich starre ihn an als ob er Chinesisch reden wurde. Verdammt Oliver, reiß dich zusammen! ermahne ich mich und greife reflexartig zur Fender, die ich durchaus als meine Lieblingsgitarre bezeichnen wurde. Oz runzelt die Stirn ein Gesichtsausdruck, der mir in den letzten Tagen des öfteren begegnet und von dem ich so langsam genervt bin. Ok, ich bin im Augenblick nicht ganz bei der Sache das mag aber daran liegen, das mich seit Tagen so ein dumpfer Bauchschmerz plagt, den ich selbst mit Drogen nicht wirklich in den Griff bekomme und der mich nicht schlafen läßt. "Alles klar mit Dir?" fragt Oz nun sichtlich besorgt nach. Man komm schon, ich bin kein Kleinkind und weiß was ich tue.....hoff ich zumindest. Ich lächel Oz aufmunternd zu:" Ja, es ist alles ok mit mir, bin nur ein wenig KO und brauche die 5 freien Tage einfach nur." Oz scheint sich mit der Antwort zufrieden zu geben und läßt mich ziehn. Oz ist seit dem ersten Tag der Band, Solitary Brave, unser Mädchen für Alles. Wir boten ihn zwar an unser Manager zu werden, was er aber dankend ablehnte, da er davon ausging, das er nicht über die nötigen Kontakte verfügte. Da wir aber Oz alle sehr mochten beschlossen wir, das er so eine Art Bandmaskottchen sein sollte und begleitet uns seitdem durch alle Höhen und Tiefen.
Solitary Brave gibt es nun schon seit 12 Jahren und haben mittlerweile unser 5 Album auf dem Markt. Das Rolling Stone Magazin bezeichnete uns als eine der wichtigesten Rockbands des 21 Jahrunderts. Unsere Welttournee hat uns nach Berlin gebracht, wo wir heute zum dritten mal in einem ausverkauften Velodrom spielen und dieses Konzert bildet den Abschluss der Europagigs. In 10 Tagen gehts dann in Asien los, genauer in Singapur. Bis dahin haben wir 5 Tage frei und ich überlege nach Hause, nach Los Angeles zu fliegen und einfach mal Nichts zu tun. Aber der dumpfe Schmerz in meinem Bauch sagt mir, daß ich wohl lieber einen Arzt aufsuchen sollte.
"10 Minuten bis zum Auftritt!" ertönt es hinter der Bühne und ich entschliesse mich nach Chris, unserem Drummer zu suchen und mir von ihm etwas Koks geben zu lassen. Ich kokse normalerweise nicht so regelmäßig aber im Augenblick hilft es mir die Konzerte zu überstehen und 100% zu geben. Ich bin ehr der Kiffer schmeisse höchstens mal Speed ein aber leider hilft Marijuana im Augenblick gar nicht. Als ich Chris gefunden hab, sieht auch er mich stirnrunzelnd an. Jungs, bitte, hört endlich mit diesem Blick auf! " Mir geht es gut!" sage ich reflexartig zu ihm und er schmunzelt. "Ich hab doch gar nichts gesagt!" lacht er und begleitet mich zu seiner Gardrobe. "Ne Line?" Ich nicke. Chris bereitet sofort alles vor und ich ziehe die Line zügig durch.
"Oli du siehst scheisse aus und solltest doch mal einen Arzt aufsuchen!" Ich atme durch und spüre das intensive kribbeln in meiner Nase das ich in Wellen zum Kopf und zum Rest meines Körpers ausbreitet. "Mach ich, versprochen, laß uns einfach bitte dieses Konzert hinter uns bringen, vermutlich brauche ich einfach mal einige Tage Ruhe." erwidere ich, wohlwissend, daß das vermutlich nicht das Problem lösen wird. Chris schlägt mir aufmunternd auf die Schultern und wir beide machen uns auf den Weg zur Bühne, wo sich schon der Rest der Band versammelt hat. Mit unserem Ritual heizen wir uns fürs Konzert an und betreten als Einheit die Bühne, wo uns sofort eine ohrenbetäubender Lärm entgegen kommt.
Ich liebe diesen Moment wenn reine Energie auf die Bühne prallt und uns umfängt. Ich empfinde jedesmal eine Art von Macht die ich schwer beschreiben kann. Ich weiß nur das mich dieses Gefühl echt High macht und ich es nicht missen möchte. Als Leadsänger stehe ich sofort im Fokus der 15.000 Fans die wegen uns hier sind und noch bevor ich einen Ton gesungen oder auch nur eine Saite meiner Gitarre gezogen hab stehen sie unter meinem Bann. Ja, fick sie mit deiner Stimme, reize sie mit deinem Körper. Du bist ihr Gott, sie beten dich an! Für die nächsten 2 Stunden bin ich Oliver, der Rockstar!
Nach anderthalb Stunden verlassen wir die Bühne um uns für das Zugabenprogramm zu sammeln. Hank, unsere Securitymann, erfragt von uns, welche Mädels seine Jungs aus dem Publikum ziehen sollen und die uns, nach dem Ende des Konzertes, ins Hotel begleiten sollen. Die Aftershowpartys im Hotel dienen meist dazu, Mädels für die Nacht klar zu machen. Chris, Mike und Frank informieren Hank sofort während Bill zögert, was einmal mehr meine Vermutung bestätigt das er sich in Kate verliebt hat und er erklärt auch, das er heute keine Lust hat. Als Hank mich fragend ansieht schüttel auch ich den Kopf, was wiederum dazu führt das mich jetzt 6 Leute stirnrunzelnd anblicken. Fuck, darf ich mal keinen belanglosen Sex haben wollen mit irgendwelchen Groupies?
" Ich bin heute einfach nicht geil!" erkläre ich ohne die Mine zu verziehen. "Ok, wenn du es so willst." sagt Hank und macht sich auf den Weg vor die Bühne. Mike lacht mich an:" Ich hab mir ja 2 ausgesucht, ich geb dir , bei Bedarf, gerne eine ab!"
Ich muss lachen und leg meinen Arm um Mike. Sex, Drugs and Rock and Roll, das war mit 16 eine absolut geile Vorstellung, die uns dazu animierte einen Band zu gründen.Nun bin ich 28 Jahre alt und gerade heute fühle ich mich wie 100. Ich komme nicht daran vorbei mich unwillkürlich zu fragen, ob man für sowas irgendwann zu Alt wird. Ich schiebe den Gedanken sofort beiseite, da es ja mehr als genug Beispiele gibt das dem wohl nicht so ist. Ich blicke zu Bill und erkenne das er wohl an Kate denkt, die er, vermutlich, Morgen sehen wird. Oh ja, er ist verliebt über beide Ohren!
Ich beneide Bill in diesem Moment, den er hat jemanden auf den er sich freuen kann. Er hatte mir eines Abends erzählt, das er, seit er Kate kennt, kein Interesse mehr an ONS hat, da der Sex mit ihr einfach unglaublich sei und sich seine ganze Leidenschaft auf sie konzentriert. Ich weiß noch das ich mich in jener Nacht fragte, ob ich jemals so für eine Frau empfunden hatte und kam gegen Morgen zu der Erkenntnis, das ich bisher für keine Frau solche tiefen Gefühle empfunden habe. Meine längste Beziehung hatte ich mit Marie, die ich in LA traf als ich am Strand joggen war. Aber selbst Marie vermochte es nicht mich daran zu hindern mit Groupies zu vögeln. Sie tolerierte es zwar aber anscheinend waren die Verletzungen doch zu viel für sie und sie beendete die Beziehung nach 3 Jahren mit den Worten: " Ich möchte einen Mann für mich allein!"
Nach den Zugaben gehen wir direkt zum Tourbus, wo die auserwählten Mädels schon warten. Oz empfängt uns an der Tür reicht uns allen Wasser und kaum das wir drin sind setzt sich der Bus in Bewegung um uns umgehend ins Hotel zu bringen. Die Aftershowparty findet immer in einer extra dafür angemieteten Suite statt um etwaige aufdringlichen Groupies daran zu hindern uns zu stalken. Schlafen tun wir in anderen Zimmern wobei nur Bill im Augenblick alleine schläft. Ich teile mir mit Chris ein Zimmer und Frank schläft mit Mike. Sex findet meist nur in der Suite statt und die Schlafräume sind von jeher Tabu für Mädels.
Ich entschließe mich noch mit in die Suite zu gehen um noch einen Joint zu rauchen, da ich nun doch wieder des dumpfen Schmerzes gewahr werde und hoffe das ich nach dem Joint etwas Entspannung finden werde. Die Mädels legen sich mächtig ins Zeug uns zu verführen und ich sehe es den Jungs an das sie sich auf eine heisse Nacht freuen. Bill zog sich schon zurück, er wolle noch telefonieren sagte er. Eine der Mädels kommt zu mir rüber um mich anzumachen, was ich aber dankend ablehne, da ich wirklich nicht in der Stimmung bin. Nach einer knappen halben Stunde entschließe ich mich ins Bett zu gehen und verlasse unauffällig die Suite. Auf der Etage unsere Zimmer lauf ich Oz über den Weg, der mich besorgt mustert." Oli, du siehst mehr als mies aus. Soll ich einen Arzt holen?" fragt er besorgt. Ich schüttel den Kopf:" Nein lass nur, ich geh ins Bett. Ich brauch nur ne Mütze voll Schlaf!" antworte ich und lass ihn stehen.
Als ich die Tür hinter mir geschlossen hab entschließe ich mich erstmal eine heisse Dusche zu nehmen. Ich lass das heisse Wasser über meinen Körper fließen und bereue die Idee nach einigen Minuten.Verdammt, die Bauchschmerzen scheinen durch das heisse Wasser ehr schlimmer zu werden. Ich dreh die Dusche ab, wickel mir ein Handtuch um die Hüfte und begebe mich ins Zimmer. Der Schmerz im Bauch ist auf einmal fast unerträglich und ich versuche dagegen an zu atmen. Ich ziehe mir eine Pjamahose über und will gerade zur Minibar als ich einen stechenden Schmerz wahrnehme der mir die Sinne raubt und das Letzte was ich spüre ist, wie der Boden unter meinen Füßen wegkippt.
Was dann folgt nehme ich nur noch Bruchstückhaft wahr.
"Scheisse Oli!" brüllt Chris
......
"RR 90/50 Puls 130 Temperatur 39.7 "
......
Verdammt, ich lieg auf einer Krankenbare im Krankenwagen...verdammt was ist los mit mir?
.........
Aua, das tat weh....hey wer sticht da in meinen Arm?
............
"Sieht nach einem Blinddarmdurchbruch aus!" höre ich eine männliche Stimme sagen, die von ganz weit weg zu kommen scheint."Ruf den Op an, sie sollen alles vorbereiten"
OP?? FUCK!!!
und wieder umfängt mich die Dunkelheit.
.....
"Mister Barret? Hören sie mich?"
Oh, ein Engel scheint mich zu rufen..... Gott ist diese Stimme schön........
" Mister Barret, meine Name ist Sanne und ich bin die Anästhesieschwester. Ich werde sie jetzt rasieren." Oh, rasieren? Warum? Verdammt wieso bekomme ich die Augen nicht auf, ich will sehen woher diese wahnsinns Stimme kommt.
" Ruhig Mister Barret, die Medikamente sollten bald wirken, dann werden die Schmerzen leichter!" sagte die Stimme liebevoll zu mir und streicht mir sanft über mein Gesicht und drückt meine Hand. Wow, was passiert da? Wieso fühlt sich die Berührung so gut an? Wie ein zärtliches Kribbeln was durch meinen ganzen Körper wandert angefangen dort wo SIE mich berührt.
"Ich rasiere sie jetzt Mister Barret." kündigt mir die Stimme an und ich spüre wie sie die Decke herunter nimmt und ich merke das ich anscheinend nun nackt vor ihr liege.
FUCK, was hat sie vor?
Ich spüre etwas kaltes, metallendes auf meinem Bauch und höre auf einmal eine surren.
Ohh Nein, sie will mich da rasieren....nein....hilfe....oh Gott ihre sanften Hände.... Shit, das geht doch nicht ....... Fuck ich krieg einen Steifen......Himmel , bin ich 15 oder so? Was ist nur los mit mir, warum reagiere ich so auf die Stimme und diesen Händen?
"Ruhig Mister Barret, ich verspreche mich zu beeilen, aber leider ist das Notwendig."
Ich will sie sehen, ich will sie sehen.
Ich zwinge mich unter größter Anstrengung meine Augen zu öffnen, gerade in dem Moment als dieser Engel meine Hoden rasiert.
FUCK! Hilfe, das halte ich nicht aus.
Dieser Engel ist ganz konzenriert bei der Sache und ich sehe von dem Gesicht nur lange Wimpern, der Rest ist leider von einer Haube und Maske bedeckt.
Anscheinend spürt sie meinen Blick, denn sie blickt mich auf einmal an und ich sehe in die wohl schönsten Augen die ich jemals sah. Dunkelgrüne Augen, die mich sanft und beruhigend anblicken. Ihre Augen lächeln und dann wendet sie ihren Blick wieder ihrer Arbeit zu.
Oh Gott!
Sie hebt sanft meinen Penis an, der mittlerweile hart geworden ist und rasiert die Umgebung mit kurzen schnellen Zügen. Ich glaub ein Schmunzeln hinter der Maske zu erkennen und versuche meine Augen hinter meinem Arm zu verbergen, was sich aber schwierig gestaltet da ich überall mit Schläuche versehen bin.
" Ruhig Mister Barret, ist gleich vorbei." flüster sie, Sanne, ja Sanne ist ihr Name, und richtet ihre Aufmerksamkeit wieder auf meinen Penis was dazu führt das ich komme.
Oh mein Gott.....Shit........was passiert hier mit mir?
Sanne greift zu Zellstoff und wischt meinen Erguss von meinem Bauch ohne mich an zu blicken, was ich ihr hoch anrechnen, den ich glaube das ich mittlerweile knallrot bin.
Ist das peinlich!
Nachdem sie meine Oberschenkel teilweise auch noch rasiert hat, deckt sie mich wieder zu und richtet dann ihren Blick auf mein Gesicht. Ich schlucke.
" Das wäre überstanden" sagt sie aufmunternd und drückt sanft meine Hand. Diesmal erwidere ich den Druck und sehe wie sie verlegen blinzelt.
Gut, es geht nicht nur mir so.
"Der Arzt kommt gleich, dann werden sie auch gleich tief und fest schlafen und wenn sie aufwachen ist das Schlimmste überstanden!"
Da geht auch schon die Schleuse auf und ein großer Mann gesellt sich zu uns.
" Guten Morgen Mister Barrett" begrüßt mich der Mann, der vermutlich der Arzt ist und richtet seine Aufmerksamkeit auf Sanne. "Alles soweit vorbereitet?" "Ja, Zugänge liegen und rasiert ist Mister Barret auch." antwortet Sanne und reicht dem Arzt 3 gefüllte Spritzen während sie mir eine Atemmaske vorsichtig über Mund und Nase hält aus der vermutlich Sauerstoff kommt.
"Atmen sie sie einfach ruhig weiter, Mister Barret und erzählen sie mir etwas über ihr Konzert von heute Abend" sagt sie und ich blicke sie erstaunt an. " Was soll ich ihnen davon erzählen?" frag ich nach und merke quasi sofort wie ich einschlafe.
Als ich wieder wach werde höre ich ein ein monotones, gleichmäßiges, leises Piepen was ich erst nicht zuordnen kann. Ich öffnen die Augen und sehe in einen Raum der im gedämpften Licht gehalten ist ohne Fenster. Ich hab keine Ahnung wo ich bin.
" Na, aufgewacht?" fragt diese Engelsgleiche Stimme auf einmal und ich zucke zusammen."Entschuldigung, ich wollte sie nicht erschrecken" sagt Sanne und drückt wieder liebevoll meine Hand. " Ihre Vitalzeichen sind stabil und wenn es so bleibt kann ich sie in einer halben Stunde auf die Station verlegen." "Kann ich nicht einfach hier, bei ihnen bleiben? " Sie lacht. Himmel, selbst ihr lachen klingt himmlich.
" Nein, das geht leider nicht, auch wenn die Vorstellung mehr als verlockend ist." erwidert sie zwinkernd. Zum allerersten mal sehe ich ihr ganzes Gesicht. Wow, ist diese Frau schön! Große grüne Augen gerade Nase und einen sinnlichen Mund an deren Lippen ich zu gerne knabbern wurde. Hilfe, wo kommen denn auf einmal diese Gedanken her? "Benötigen Sie noch etwas Mister Barret? Eine Ente oder eine weitere Decke?" " Nein danke, ich bin wunschlos glücklich!" hmmm zum ersten mal in meinem Leben meine ich es sogar. Ich beobachte Sanne wie sie ihrer Arbeit nachgeht und mich hin und wieder mit einem wahnsinns Lächeln bedenkt, welches mir den Atem raubt. Ist die Frau heiss! Ich muss irgendwie in Erfahrung bringen ob sie vergeben ist ....nur wie? Wie ich noch so nachgrübel wie ich es am unauffälligsten anstelle kommt mir der Zufall zur Hilfe. Das Telefon klingelt und sie hebt ab, an ihrem Gesicht sehe ich sofort das der Gesprächspartner ihr nicht willkommen ist. " Hey.....wann?..... Ich geh mal davon aus das der Frühdienst das machen wird, da meine Schicht um 7 endet........ich bin nicht kurz angebunden, nur sachlich Stephan.......anscheinend macht es dir mehr zu schaffen als mir.......darf ich dich dran erinnern das du Schluß gemacht hast?......... laß gut sein, wir sind auf arbeit und ich habe keine Lust das mit dir hier und jetzt am Telefon zu diskutieren.......tschüß" Stirnrunzelnd legt sie auf und kommt zu meinem Bett um die aktuellen Werte in mein Krankenblatt zu übertragen. "Der Ex?" frag ich mutig. ok, welcher teufel reitet mich gerade? Sie blickt mich überrascht an. "Verstehen sie etwa so gut deutsch?" fragt sie gerade heraus. Ich schmunzel:" Ja, meine Mutter ist Deutsche und ich wurde 2 sprachig erzogen und hatte in der Highschool Deutsch als Fremdsprache. Das Lächeln was sich jetzt auf ihren Gesicht breit macht raubt mir abermals den Atem. "Und?" hack ich nach. "Und was?" fragt sie. Ich ziehe eine Augenbraue hoch und das lächeln in ihrem Gesicht wird noch breiter." Ja, der Ex" antwortet sie schließlich. Yes...strike...innerlich hüpfe ich umher wie ein kleine Junge der gerade ein Eis bekommen hat. Jetzt wird mein Lächeln breiter und ich spüre wie es ihr den Atem raubt.
Nach 20 Minuten entschließt sie sich, das es nun Zeit wird mich zu verlegen, alles Flehen und betteln nützt nix, meine Zeit mit dem Engel ist unwiderbringlich zu Ende.Die zwei Schwestern die mich an der Schleuse in Empfang nehmen lauschen aufgeregt der Ausführungen von Sanne, deren Inhalt ich kaum folgen kann da es sich überwiegend um Fachbegriffe handelt die verwendet werden. Nach einem letzten Blick auf Sanne die mich sanft anlächelt schließt sich die Schleuse und ich werde in Richtung des Aufzuges geschoben. Als der Aufzug erscheint schieben beide Schwestern gekonnt mein Bett in den Aufzug und drücken den Knopf zur zur Station. Der Aufzug setzt sich träge in Bewegung, so langsam das ich es kaum spüre das wir uns bewegen.
" Dr. Schneider soll sich von Sanne getrennt haben." sagt auf einmal die eine Schwester. " Echt? Warum denn das? Ich bin davon ausgegangen das die beide heiraten werden" entgegnete die andere daraufhin. " Ich bitte dich Schneider läßt doch nix anbrennen. Treue ist ein Fremdwort für ihn über kurz oder lang hätte Sanne sich das eh nicht mehr bieten lassen. Ich geh davon aus das er ihr nur zuvor gekommen ist um sein beschissenes Ego zu schonen!" " Hmm....Sanne scheint das zumindest nicht sehr mit zu nehmen, sie wirkte wie immer." Interessant, wenn auch beunruhigend.... wenn ihr Treue wichtig ist, dann schlag ich sie mir lieber gleich aus den Kopf, ich bin nicht gerade für meine Treue bekannt und ergreife auch jede Gelegenheit die sich mir bietet....schade eigentlich...ich wüsste zu gerne wie sie sich anfühlt...wie sie schmeckt und wie sie aussieht wenn sie kommt ......FUCK Oliver reiss dich zusammen!
Als der Aufzug sich öffnet versuch ich noch immer meine Hormone zu bändigen die mittlerweile Dinge mit mir anstellen, die ich so noch nie erlebt hab. Ich bekomme, logischerweise, ein Einzelzimmer, wo schon reichlich Blumen und 2 Präsentkörbe auf mich warten. Als der Arzt kommt, der sich als Dr. Hoffmann vorstellt, bin ich gerade dabei mir das Telefon so einzurichten das ich darüber den Fernsehr steuern kann, was sich komplizierter darstellte als ich es vermutet hätte. "Mr. Barret, wie ich sehe sind sie schon recht munter." Ich zucker erschrocken zusammen und aus irgendeinem Grund fühle ich mich ertappt. " Entschuldigung, ich wollte sie nicht erschrecken" sagte der Arzt. "Kein Problem"antworte ich und winke leicht genervt ab. "Sie sollten sich ein paar Tage schonen und feste Nahrung bekommen sie auch erst ab Morgen Mittag wieder, angefangen mit Schonkost." sagte der Arzt mit Blick auf die Präsentkörbe gerichtet. "In Ordnung" erwidere ich. "Versuchen sie nun etwas zu schlafen, heute Nachmittag kommt dann eine Krankengymnastin, die dann mit ihnen aufsteht. Laufen hat sich nach einer Blinddarmop als Heilungsfördernd herausgestellt." Er lächelt mir aufmunternd zu und verweist noch darauf hin das ich die nächsten Tage prophylaktisch eine Antibiose erhalte um eine Bauchfellentzündung vorzubeugen, da der Blinddarm wohl geplatzt war. " Wie lange werde ich im Krankenhaus bleiben müssen?" frage ich, nun doch etwas eingeschüchtert. " In 10 Tagen sollten sie wieder soweit hergestellt sein, das wir sie entlassen können." Shit....das heißt etliche Konzerte verschieben...ohh man....das wird Richard gar nicht gefallen. "Ihr Managment wurde darüber schon in Kenntnis gesetzt und hat wohl schon alles in die Wege geleitet. Ihnen steht es natürlich frei sich in ein anderes Krankenhaus verlegen zu lassen." erklärte der Dr. Hoffmann und sah mich erwartungsvoll an. Verlegen lassen? Warum zum Teufel sollte ich das tun? Hier bieten sich mir gerade 10 tage, an denen die theoretische Möglichkeit besteht den Engel Namens Sanne wieder zu sehen und raus zu finden, ob da irgendetwas laufen könnte. "Ich denke nicht das ich mich verlegen lasse, ich mag Berlin und wäre eh eine Tage noch geblieben." sage ich und lächel Dr. Hoffmann freundlich an. "Nun dann, Mr. Barret, dann werden wir uns wohl noch ein paar Tage sehen. Und nun versuchen sie zu schlafen und falls sie Schmerzen bekommen sollte, scheuen sie sich nicht zu klingeln, die Schwestern werden ihnen ganz gewiss jeden Wunsch erfüllen." sagte er zwinkernd zu mir und verläßt dann mein Zimmer.
Logisch erfüllen mir die Schwestern jeden Wunsch, aber will ich das? Ich will nur eine Schwester die mir meine Wünsche erfüllt und ich habe keinen Schimmer wie ich das bewerkstelligen soll. Ok, erstmal schlafen, scheint wirklich ne gute Idee zu sein, heute Nachmittag ist noch genug Zeit mir einen Plan zu recht zu legen. Aber eins werde ich noch in die Wege leiten.
Ich greife nach meinem Blackberry und rufe Oz an, den ich anscheinend geweckt hab. "Oz, Oli hier, kannst du deinem Bruder anrufen und ihn auf eine Recherche ansetzen?"
"Klar, um was geht es?"
"Nicht um was Oz um Wen!"
Schweigen....
"Oz biste noch dran?"
"oh..äh...ja also um wem geht es?"
"Ich weiß nur das sie Krankenschwester ist, in der Anästhesie arbeitet und Sanne genannt wird, ich schätze sie so auf 25, maximal 27 Jahre."
" Ahh es geht um eine Frau!"
Ich sehe ihn förmlich lächelnd vor mir.
"Ja Oz, es geht um eine Frau"
" Kein Problem, das sollte für Rick keine Problem sein etwa herauszufinden."
" Genau darauf verlasse ich mich." erwiedere ich lächelnd
"Ich komm heute Abend mal vorbei vielleicht bring ich dann schon einige Infos für dich mit."
"Willst du nicht nach Hause fliegen?" frag ich erstaunt.
"Und dich hier alleine lassen? Vergiss es, der Rest der Jungs werden wohl nach Los Angeles fliegen. Richard bleibt auch noch ein paar tage hier bis für dich alles soweit geklärt ist und dann fliegt auch er heim, ich bleib hier solange du hier bist!"
Ich lächel.
"Danke Oz, das ist echt nett von dir! Bis heute Abend dann" sage ich noch und lege auf.
Ja schlafen ist jetzt wirklich ne gute Idee.
*********
Als ich die Wohnungstür aufschließe ist es halb 8 und erstaunlicher Weise ist Marika schon auf. Sie stürmt geradewegs auf mich zu. Erschrocken sehe ich sie an.
"Was ist passiert?"
"Das fragst du mich? Ich will von dir alles wissen und erzähl mich jetzt nicht das du Oliver Barret nicht zu Gesicht bekommen hast!"
Woher weiß sie das nun wieder?
"Wie kommst du darauf das ich ihn gesehen haben könnte?" frage ich so nebenbei wie ich es nur kann.
"Es ist doch in den Nachrichten das er heute Morgen in die Charite gebracht wurde und er dort operiert worden ist."
Ich blicke sie erstaunt an.
"Und alleine daraus schliesst du das ich ihn gesehn hab?" Ich lass dich noch ein wenig zappeln, bei der Vorlage muss ich einfach zugreifen.
Ich wende mich von ihr ab und hänge meine dicke Winterjacke an die Gardrobe auf und grinse in mich rein. Ich spüre ihre Aufregung beinahe körperlich. Als ich mich Marika wieder zuwende schaue ich sie mit neutralem Gesichtsausdruck an.
"Ach komm schon Sanne, du musst ihn doch gesehen haben." sie klingt jetzt schon fast etwas maulig.
"Dir ist schon klar das die Charite ein riesen Krankenhaus ist und ich die Nacht nicht die einzige Schwester war die in der Anästhesie dienst hatte?"
Marika sieht mich verdattert an.
"Nun ja...ich dachte....ich weiß auch nicht ....... irgendwie hatte ich das Gefühl das du ihn begegnet bist....keine Ahnung warum......aber ok, daran hab ich nicht gedacht das ihr ja viele Ops habt." sagte sie nun enttäuscht.
"Wie Gefühl?" frage ich jetzt erstaunt nach.
" Keine Ahnung...ich wurde gegen 2 Uhr wach und hatte das eigenartige Gefühl das dir was wunderbares geschehen ist und als ich dann heute morgen in den Nachrichten hörte was mit Barret passiert ist....naja, ich dachte das wäre dir passiert."
"Du denkst Oliver Barret wäre was wunderbares für mich?"
Wie macht sie das nur?Konnte sie das spüren was ich in dem Moment empfunden hab als ich ihn das erstemal berührte? Geht sowas überhaupt? Naja, lange genug kenne wir uns ja.
"Ach vergiss es, ich glaub ich sehe Geister und außerdem geh ich davon aus das du es mir sofort erzählen wurdest wenn dir sowas passieren wurde, zumal ich ja weiß das du ein Fan von Solitary Brave bist."
Marika drückt mir eine Kuss auf die Wange und dreht sich um um in die Küche zurück zu gehen. Ich entschließe mich ihr zu folgen.
"Ich mach mir nen Tee, magst du auch einen?" frag ich. Sie nickt
Während ich darauf warte das das Wasser im Wasserkocher kocht beobachte ich Marika aus dem Augenwinkel. Irgendwie komm ich mir gerade ziemlich gemein vor und entschließe mich dazu sie nicht länger auf die Folter zu spannen.
" Er sieht in echt viel besser aus als auf den Bildern."
Marika sieht erstaunt zu mir herüber und schmeißt unvermittelt ein Knäckebrot nach mir.
"Du Miststück! Ich wusste es! Erzähl, ich will jede Einzelheit wissen, ok nur das was nicht unter deine Schweigepflicht fällt!"
"Dann wäre das Gespräch jetzt schon beendet!" sage ich trocken und ernte einen Blick, bei dem ich befürchte, das sie mich übers Knie legt und mich versohlt.
"Ach komm, ein klitzekleinesbisschen Mehr....Bitte" fleht sie und ich lass mich erweichen.
" Er ist sehr groß, 1,96 hat wunderbares Haar, dunkelbraun und es ist leicht wellig. Und seine Augen sind der Hammer. Sie haben so einen warmen Braunton den ich so noch nie gesehen hab. Und sein Körper.... der ist purer Sex, kein Gramm Fett zuviel." Alleine die Erinnerung an seinen Körper stellt eigenartige Sachen mit mir an. Ich rutsch unruhig auf dem Stuhl umher und Marika beobachtet mich intensiv.
"Du errötest!"
"Das tue ich nicht!" Verdammt , sie hat recht!
"Oh doch das tust du. Hast du ihn ganz nackt gesehen?" Oh je, wie soll ich aus de Nummer jetzt raus kommen ohne in den Erdboden zu versinken? Das hat mich heute Morgen schon alles an Beherrshung gekostet was ich aufbringen konnte.
"ähm ... ja " antworte ich kleinlaut.
"Lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehn! Wie ist er unten rum ausgestattet? "
"Marika!" rufe ich empört, was leider völlig da neben geht.
"Seit wann bist du den so prüde, Frau " Soll ich dir Batterien für dein Vibrator mitbringen" ?"
Die Erinnerung an dieser Situation läßt mich wieder breit grinsen, nie im Leben werde ich den Gesichtsausdruck von ihr vergessen als ich ihr diese Frage quer durch den halben Laden stellte wo wir einkaufen waren.
" Er ist sehr gut ausgestattet" antworte ich wahrheitsgemäß und erröte schon wieder, was natürlich Marika nicht verborgen bleibt.
"Ok, was ist passiert? Du hast vermutlich schon mehr Schwänze in deinem Leben gesehen wie eine durchschnittliche Frau jemals zu Gesicht bekommt, ergo es gibt keinen Grund deswegen zu erröten. Trotzdem tust du es, also raus mit der Sprache!"
Oh man, sie läßt echt nicht locker....oh Gott, ich will gar nicht dran denken an seinen Schwanz....Himmel, warum zieht sich in meinem Unterleib auf einmal alles zusammen? Was ist nur los mit mir?
" Da es ja eine Not Op war, war ich gezwungen ihn zu rasieren." begann ich vorsichtig zu erzählen.
"Ich musste ihn vom Bauchnabel ab bis zur Hälfte des Oberschenkels rasieren"
Marikas Pupillen weiten sich und mit weit aufgerissenen Augen starrt sie mich an.
" Kaum das ich ihn berührt hatte....naja.....er bekam sofort einen Steifen."
"Wie alt ist er nochmal?"
"28"
"Dann scheint er lange keinen Sex gehabt zu haben."
"Tolle logik, doch das wag ich zu bezweifeln." entgegne ich sarkastisch.
"Na dann bleibt nur die Tatsache über das er dich extrem heiss fand!" sagt sie mit einem süffisanten Grinsen.
"Ich bitte dich, warum soll ein Mann wie Oliver Barret mich heiss finden? Er kann jedes Supermodell haben und ich bin weit davon entfernt Supermodelmaße zu haben"
Marika ließ mich nicht aus den Augen. Ihr Blick war fest auf mich gerichtet.
" Du bist eine sehr erotische Frau, mit den Kurven an den richtigen Stellen und Gott sei dank keine Hungerharke wie ich!"
"Hey sei Fair, immerhin bist du Tänzerin und du musst so schlank sein, dich müssen ja Abend für Abend die Kerle durch die Gegend schleppen!" necke ich sie liebevoll.
Marika arbeitet als Tänzerin an der Staatsoper und muss einen strengen Diät und Trainingsplan einhalten, was sie, finde ich, super schafft. Ich beneide sie für ihren eisernen Willen, Ich werde ja schon bei einem Stück Schokolade schwach.
" Ich seh schon, er scheint dir zu gefallen." resümierte Marika schliesslich.
" Doch, er sieht schon gut aus und er ist heiss!"
Aus irgendeinen unerfindlichen Grund werde ich schon wieder rot.
"Was ist noch passiert?" Verdammt, sie wurde auch nur super Detektivin abgeben.
" Er ist sogar gekommen." flüstere ich kleinlaut und blicke beschämt auf den Tisch.
Marika saugt hörbar die Luft ein.
"Wie gekommen? Gekommen gekommen? Also Orgasmus gekommen? "
Ich nicke.
"Wie das?"
Ich sehe sie sprachlos an.
"Na wie ein Mann halt kommt."
"Das ist mir schon klar, mich interessiert nur warum er gekommen ist, was hast du Luder mit ihm gemacht?"
"Na Nix, ich hab ihn nur rasiert!"
" Das wurde ich an deiner Stelle jetzt auch behaupten." grinst mich Marika frech an.
" Ich hab ihn echt kaum berührt, aber auf einmal ist er so plötzlich gekommen, weder er noch ich reagieren konnten. Es war schon eigenartig ihn zu berühren, ich hatte permanent das Gefühl das ein leichtes Kribbeln durch meinen Körper ging, immer dann wenn ich ihn berührte. Sowas hab ich noch nie vorher erlebt."
"Offensichtlich ging es ihm ähnlich, kein Mann in dem Alter kommt einfach so nur aufgrund weniger Berührungen, wie Intim sie auch seien mögen und sei versichert ich weiß das, ich muss Abend für Abend Männer an Stellen berühren wo jede Frau normalerweise errötet."
Ich weiß das sie weiß wovon sie spricht, hab sie ja oft genug bei den Proben beobachtet und ich bin oft errötet, alleine nur vom zusehen.
" Ok Süße, ich geh jetzt ins Bett, muss ja heute Abend wieder zum Dienst."
Ich erheb mich vom Tisch, nahm nochmal Marika liebevoll in die Arme und zog mich dann zurück in mein Zimmer und schlief auch nach kurzer Zeit sofort ein.
Kapitel 2
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