Samstag, 2. Februar 2013
Kapitel 5
Dieser Duft....hmm...einfach berauschend...ihre Wärme...ich verschmeltze mit ihr.
Als ich die Augen aufschlage ist es bereits hell. Sanne muss die Vorhänge zu gezogen haben bevor sie ins Bett kam. Ich hab nicht mitbekommen als sie sich hinlegte. Wir sind in einander verknotet und ich muss schmunzeln. Ihr Kopf liegt auf meiner Brust. Meine Beine umschlingen ihre Beine und wir beide halten uns fest mit den Armen umschlungen. Ihr Duft umgibt mich wie eine Art Kokoon und ich fühle mich unsagbar geborgen. Ich streiche ihr sanft über den Rücken und als sie sich wohlig räckelt, küsse ich ihr sanft auf die Haare.
"Guten Morgen mein Herz." säusel ich.Sanne blickt mich mit großen grünen Augen an die noch ganz verschlafen aus sehen.
" Guten Morgen mein Engel." Ich muss schmunzeln. "Engel mit einem B davor!" entgegne ich und küsse sie sanft. " Nein, du bist mein Engel, auf den ich gewartet habe und von dem ich nicht einmal wusste das ich überhaupt auf ihn warten wurde!" "Wann bist du ins Bett gekommen?" frag ich nach. " Keine halbe Stunden nach dir, hatte noch meine Eltern angerufen, damit sie auf das vorbereitet sind auf das , was sie heute in den Zeitungen lesen werden." "Und wie haben sie reagiert?" ich sehe sie fragend an. " Eigentlich gar nicht, sie haben es zu Kenntniss genommen, sie wissen ja gar nicht wer du bist:" erwidert sie lachend. "Spätestens wenn sie die Zeitung aufschlagen wissen sie es." grinse ich und Sanne grinst zurück. "Wann sollst du bei Dr. Hoffmann sein?" Verdammt , den hatte ich ja ganz vergessen. " Mittags, hatte er gesagt." "Dann sollten wir uns langsam fertig machen!" murmelt Sanne, steht auf und zieht sich ihren Morgenmantel über. Mit einem atenmberaubenden lächeln verläßt sie das Zimmer und nach wenigen Augenblicken höre ich wie sie mit Oz redet.
Ich stehe nun auch auf, schnappe mir den Morgenmantel und folge ihr in die Küche.
" Morgen du Langschläfer!" begrüßt mich Oz grinsend und reicht mir einige Zeitungen.
" Das ging echt fix." grummel ich und sehe das Foto auf dem ich Sanne küsse groß auf fast allen Titelseiten prangen. "Richard versucht auch dich seit Stunden zu erreichen. Er belagert nun mein Telefon." sagt Oz lachend. Fuck, auf Richard hab ich gar keine Lust, aber davor kann ich mich leider nicht drücken.
Sanne sieht sich nun auch die Zeitungen an und stellt erleichtert fest:" Gut, ich bin ja kaum zu erkennen." Sie erblast aber als sie eine weiter Zeitung sich ansieht und mit entsetzen feststellt das dort auch ein Foto zu sehen ist wo man durchaus ihr Gesicht erkennt. " Wäre ja auch zu schön gewesen." murmelt sie und sieht mich an. "Willkommen in meiner Welt, Baby!" sage ich lachend zu ihr und küsse sie leidenschaftlich.
Ich geh ins Zimmer und hole meinen BlackBerry, den ich auf stumm gestellt hatte, wohl wissend das in aller Herrgottsfrühe die Anrufe los gehen wurden. Ein Blick auf mein Mobile verrät mir das ich 17 Anrufe verpasst habe, die meisten von Richard aber auch einige von meiner Mutter. Von Chris kam eine SMS, die ich sofort lese: Hey, eine Hübsche hast du da! Stellst du sie uns mal vor? Ich muss lächeln als ich das lese. Sanne kommt ins Zimmer umarmt mich von hinten " Wieder ein Omlett?" Ich nicke und lehne mich sanft an sie. "Ich muss Richard anrufen. Ich hab zwar echt keine Bock auf dieses Telefonat aber als Manager muss er leider informiert sein." "Du schaffst das schon" sagt Sanne liebevoll und läßt mich wieder allein. Ich wähle Richards Nummer und nach nur 2 mal klingeln nimmt er ab.
" Bist du von allen guten Geistern verlassen?" brüllt Richard ins Telefon. Was bildet er sich ein was er ist? "Guten Morgen Richard." antworte ich so sachlich und ruhig wie möglich. " Was fällt dir ein sie als deine Freundin zu titulieren? Denkst du denn gar nicht an die Band?" Richard ist auf 180 und auch ich spüre wie ich wütend werde. " Das hat Nichts, wirklich gar Nichts mit der Band zu tun! Und ich bezeichne sie als meine Freundin, weil sie das ist! Und bei allem Respekt Richard, das geht dich Nichts an und ich finde es eine Unverschämtheit das du dich anmaßt über meine Beziehung zu urteilen. Du weißt gar Nichts! Du hast keine Ahnung was genau los ist, genau wie der Rest der Welt. Es betrifft nur zwei Menschen auf diesem Planeten, mich und Sanne und alle Anderen haben sich da raus zu halten, genau wie du!" Jetzt wird mir bewusst das ich richtig sauer auf Richard bin und dem entsprechend hatte ich auch ins Telefon gebrüllt. Ich atme tief durch und fahre fort." Ich erwarte von dir das du auf Nachfrage es bestätigst das ich eine Freundin habe und wir sehr glücklich sind. Mehr brauchen sie nicht zu wissen. Ich erwarte das sie meine und ihre Privatsphäre respektieren und ich werde mich auf der Pressekonferenz in Asien gerne ihren Fragen stellen. So, mehr hab ich dir im Moment nicht zu sagen!" Ich beende das Gespräch ohne darauf zu warten das Richard irgendetwas sagen kann. Mann, bin ich sauer!
Als ich mich umdrehe steht Oz, mich mit offnem Mund anstarrend, in der Tür. " Oh man, so sauer hab ich dich noch nie gehört." sagt Oz und nährt sich vorsichtig. Ich bin noch immer darum bemüht meine Fassung wieder zu erlangen. Ich laufe wütend hin und her und schnaube verächtlich. "Was bildet sich der Arsch ein?" frage ich wütend, obwohl das ehr rethorisch gemeint ist. "Er macht sich vermutlich Sorgen das deine Beziehung Auswirkungen auf die Band haben könnte." " Aber das ist doch absurd, Oz. Ich hatte schon öfters eine Beziehung und nie tickte er so aus! Was ist diesmal anders, ich kapier das einfach nicht!" Ich atme tief ein und zähle bis 10, Im Augenblick wurde ich gerne etwas gegen die Wand werfen um Adrenalin ab zu bauen. " Du hast noch nie vorher verlauten lassen das jemand deine Freundin ist. Das ist anders Oli und das sieht dir, aus Richards Sicht, nicht ähnlich." Ich sehe Oz verduzt an. Stimmt, er hat Recht weder Marie noch Annie hatte ich jemals als meine Freundin vorgestellt. Auf direkte Fragen von Reporten bin ich nie darauf eingegangen. Doch gestern Abend hatte ich das getan und voller Stolz verkündet das Sanne meine Freundin ist. Ja, ich war stolz und glücklich das laut auszusprechen. Was ist diesmal anders? Ich weiß genau was diesmal anders ist! "Ich liebe sie , Oz!" sage ich zu Oz der wissend lächelt. " Und ich liebe dich, Oli!" höre ich Sanne plötzlich sagen und sehe das sie an der Tür steht. Wow!
Mein Herz setzt für einen Moment aus, meine Welt bleibt stehen, kippt und beginnt sich um eine neue Achse zu drehen. Ich gehe auf Sanne zu nehme sie in die Arme und küsse sie mit so einer Leidenschaft das sie mir den Atem raubt. Ja, ich liebe diese Frau, bedingungslos und ich spüre das sie genau so empfindet. "Ich wollte eigenlich nur bescheid sagen das dein Frühstück auf dich wartet." haucht Sanne in meinen Mund. Ich muss lächeln und löse mich von ihr. Oz, der diese Szene beobachtet hatte steht mit einem breitem Grinsen da. "Glaub mir Oli, das du sorry ihr euch liebt sieht vermutlich selbst ein Blinder!" sagt Oz schmunzelnd.
Nach dem Frühstück geh ich duschen und gegen 11.30 machen Sanne und ich uns auf den Weg zu Dr. Hoffmann. Als wir die Charite erreichen und durch die Lobby gehen merke ich das viele Blicke auf uns gerichtet sind. Hand in Hand passieren wir die Lobby und fahren mit dem Aufzug auf die Station und gehen zum Arztzimmer von Dr. Hoffmann. Ich klopfe an und fast sofort öffnet uns Dr. Hoffmann die Tür. Er sieht uns lächelnd an.
" Guten Tag, Mr. Barret, Sanne," sagt er und reicht uns die Hände. " Wie ich sehe geht es ihnen gut, Mr. Barret. Nun lassen sie mich bitte einen Blick auf ihre Narbe werfen." bittet er und ich mache meinen Unterbauch frei. Sanne hat sich in einen Sessel gesetzt während ich auf eine Liege Platz genommen hab. Dr. Hoffmann bereitet alles für den Verbandswechsel vor und währendessen spricht er Sanne auf deutsch an, ohne zu wissen das ich jedes Wort verstehe.
" Wie geht es dir?" fragt er Sanne sanft. Sie stuzt antwortet aber schliesslich. "Sehr gut, danke. Hast du was Gegenteiliges gehört?" "Nein, das hab ich nicht." sagt Dr. Hoffmann lächelnd. "Du brauchst dir keine Sorgen zu machen Gerhard. Ich bin im Moment sehr glücklich. Ich dachte nicht, daß ich solch ein Glück jemals erfahren wurde und ich geniesse es solange es dauert." Wie bitte? Ich starre sie mit großen Augen entsetzt an. Sie weicht meinen Blick aus. Zweifelt sie an meine Liebe? Fuck, warum? "Ich sehe das du glücklich bist Sanne und es freut mich, sehr sogar ....ich befürchte bloß das er dir das Herz brechen wird, was ich ihm auch so gesagt habe."
Dr. Hoffmann wendet sich nun meinem Verband zu und ich versuche verzweifelt meine Fassung zu bewahren. " Mr. Barret die Narbe sieht wunderbar aus, wenn sie mögen können sie nun mit einem leichten Fitnessprogramm beginnen, vermeiden sie es aber die Bauchmuskeln zu sehr zu strapazieren. Wenn sie regelmäßig Stuhlgang haben, können sie auch wieder normal essen. Hören sie einfach auf ihren Körper und auch auf Sanne. Und ich wurde mich freuen wenn ich sie wieder in 2 Tagen sehen könnte, dann können wir überlegen ob ich ihnen dann schon die Fäden ziehen kann." sagt er und lächelt mich an.
Ich kann mich nun doch nicht mehr zurück halten und belle ihn fast schon an " Ich habe nicht vor ihr das Herz zu brechen, ich glaube das ich ihnen das auch schon gesagt hatte!" Und zu Sanne gerichtet: " Solange es dauert? Verdammt, hast du so wenig vertrauen zu mir?" Sanne und Dr. Hoffmann sehen mich verdattert an. " Oliver, so war das nicht gemeint!" sagt Sanne sanft. Himmel, bin ich sauer! Aber warum eigentlich? "Ach nein? Wie war es denn dann gemeint? Verdammt Sanne, für mich ist das mit dir was Ernstes, was verdammt Ernstes und ich dachte eigentlich das du das genau so siehst. Hab ich mich so geirrt?" frag ich sie und kann es nicht verhindern das ich gekränkt klinge. Scheiss , ich will das nicht hier und jetzt vor dem Doc diskutieren! Ich will raus hier! Ich stehe auf, richte meine Kleidung und stapfe wütend aus dem Arztzimmer ohne mich zu verabschieden.
Ich bin sowas von wütend und beeile mich das Krankenhaus zu verlassen. Ich hab keine Ahnung ob Sanne mir folgt, ich weiß nur das ich hier raus muss, ich hab das Gefühl gleich zu platzen. Als ich draußen bin biege ich nach links ab und gehe zur kleinen Parkanlage und versuche durch zu atmen. Ruhig Oli, atme! Warum hat mich das was Sanne sagte so getroffen? Im Prinzip weiß ich das sie Recht hat, ich meine wir kennen uns so gut wie gar nicht und die letzten Tage waren wunderschön, entsprechen aber nicht unser beider Alltag. Wir können es noch gar nicht wissen ob das mit uns auf Dauer funktioniert. Verdammt, ich will aber das es funktioniert! Die 1 Million Dollar Frage ist aber, will sie das es mit uns klappt? Fuck, ich überleb das nicht wenn sie das nicht so will wie ich!
Ich hab mich gerade ebend aufgeführt wie ein Idiot. Ich fahre mir mit beiden Händen durch meine Haare und dann spüre ich auch schon Sanne. Ich drehe mich um und sehe sie einige Meter vor mir stehen. Sie blickt mich vorsichtig an. "Kann ich mit dir reden?" fragt sie verunsichert. " Sicher." antworte ich. Sie kommt langsam auf mich zu. " Oli, ich wollte dich nicht kränken, aber wir kennen uns doch kaum und wir beide wissen jetzt noch nicht wie es sein wird wenn du unterwegs bist und ich hier bin. Ich hab nie eine Fernbeziehung gehabt und erst recht keine mit einem begehrten Rockstar. Du bist von schönen Frauen tagtäglich umgeben und du kannst jetzt noch nicht wissen ob sie dich nicht doch noch reizen." Als ich was erwidern will hebt sie ihre Hand. Ich verstumme. " Ich weiß das dir die Band Alles bedeutet , sie war und ist dein Traum den du lebst und ich werde es niemals zu lassen das du dich zwischen der Band und mich entscheiden musst. Das wurde unsere Liebe auch nicht überleben. Aber ich habe keine Ahnung ob ich dem gewachsen bin was da auf mich zu kommt und ich finde es nur natürlich das ich so meine Zweifel hab. Das bedeutet aber nicht das ich an dich zweifel, Oli!" Sie sieht mich ernst an und ich erkenne Tränen in ihren Augen. Ich gehe zu ihr und nehme sie in meine Arme. Sie legt ihren Kopf an meine Brust und atmet tief ein. " Ich weiß das es alles Neu für dich ist und ich entschuldige mich dafür das ich mich ebend wie ein Arsch aufgeführt hab. Es ist völlig ok, das du Zweifel hast und ich muss mich halt bemühen diese Zweifel auszuräumen. Ich weiß auch noch nicht wie das sein wird, wenn ich erst wieder unterwegs bin aber ich hab mir vorgenommen Alles zu tun was nötig ist damit das mit uns funktioniert. Mir ist bewusst das ich dir viel Vertrauen abverlange aber bitte, ich bitte dich, glaube an mich, an uns! Ich liebe dich Sanne und ich kann mir ein Leben ohne dich gar nicht vorstellen." Ich küsse sie sanft auf ihre Haare und sie hebt den Kopf. Eine Träne läuft über ihre Wange und ich wische sie zärtlich weg. " Ich liebe dich auch Oli, aber ich habe auch Angst." "Ich habe auch Angst Sanne." sage ich und es ist die Wahrheit. Ich küsse sie zärtlich und ich spüre die Angst in ihr genau.
"Laß uns gehen." sag ich sanft. Sanne nickt und Hand in Hand gehen wir wieder nach Hause. Als wir dort ankommen ist Oz am telefonieren. Als er sieht das wir kommen beendet er sofort das Gespräch. Was heckst du schon wieder aus, Oz? Ich sehe ihn stirnrunzelnd an. Oz grinst nur, sagt aber Nichts. Marika hatte schon Essen gekocht und wir essen alle gemeinsam. Da Marika wieder einen Auftritt hat verläßt sie gegen 15 Uhr die Wohnung. Sanne hat sich für uns heute auch was besonders ausgedacht, sagt uns aber nicht was. Sie lächelt nur geheimnisvoll. " Wann sind wir denn wieder hier?" fragt Oz so ganz nebenbei. " Keine Ahnung, ich weiß ja nicht wie lange ihr euch da aufhalten wollt, in wie weit euch das was uns da erwartet fesselt. " erwidert Sanne grinsend.
Um 16 Uhr verlassen wir die Wohnung abermals Richtung U Bahn. Ich bin wieder nervös hoffe aber das die Leute wieder mit sich selber beschäftigt sind und uns nicht beachten. Diesmal müssen wir umsteigen und die S Bahn nutzen. Die Fahrt endet am Anhalter Bahnhof. Sanne steuert zielstrebig auf eine Alte Bunkeranlage zu. Mit großen Buchstaben steht da geschrieben: Berliner Gruselkabinett. Oz und ich blicken Sanne verblüfft an. Sie lacht. " Hier erfährt man, wie ein Mensch mit Stresssituationen umgeht und ich brenne darauf zu sehen wir ihr reagieren werdet!" Sanne begibt sich direkt zu Kasse und wie es aussieht hat sie für uns vorher gebucht gehabt. Wie ich lese geht man immer nur Gruppenweise hinein, maximal 5 Leute pro Gruppe. Da wir angemeldet sind betreten nur wir drei nach einer kurzen Wartezeit den Oberen Bunker, der stockdunkel ist. Nur vereinzelt weisen uns schwache Lichter den Weg. Sanne beobachtet uns vergnügt, während ich spüre das Oz sich am liebesten an mich festklammern wurde. Sei ein mann Barret und gehe mutig vorraus, sage ich zu mir selbst und gehe zielstrebig in den ersten Raum. Oz folgt unsicher und kaum das wir diesen Raum betreten haben springt eine schwarzgekeidete Person aus einer Ecke hervor, stampft laut auf und sagt "Buh!" Ich zucke vor Schreck zusammen, während Oz laut aufschreit und zum anderen Ende des Raumes rennt. Sanne fängt herzhaft an zu lachen und auch ich kann mich der Komik der Situation nicht enziehen. Mein Herz hämmert zwar heftigst aber es hält sich noch im Rahmen, da mir bewusst ist das ja nicht wirklich was passieren kann. Ich bin mir nur nicht sicher ob Oz das auch bewusst ist. Der nächste Raum ist relativ hell und gespickt mit altertümlichen Foltergeräten. Unheimlich wird das erst als ich wahrnehme das man leise Foltergeräusche hört, gedämpfte Schreie, leises Stöhnen und klirrendes Metall sorgen dafür das man unwillkürlich eine Gänsehaut bekommt. Ich lasse die Atmosphäre noch auf mich wirken als urplötzlich das Licht ausgeht und man in völliger Dunkeheit steht und komplett die Orientierung verliert. Ich spüre wie jemand sich an mir festklammert und erkenne das es Oz ist der kurz vor einer Panikattacke steht. " Ruhig Oz, hier kann dir nichts passieren, ich bin ja da!" sage ich sanft und dann spüre ich wie Sanne sanft meine Hand nimmt und uns aus dem Raum führt. Als wir auf dem Hauptflur stehen sehe ich das Oz seine Augen voller Panik sind. Sanne erkennt das auch und fragt Oz behutsam: " Alles ok, Oz? Oder möchtest du diese Ebende verlassen? Es gibt einige Ausgänge die einem zum Cafe führen wenn einem das zu heftig wird." erklärt Sanne ohne den leisesten Anflug von Belustigung in ihrer Stimme. Oz blickt sie unsicher an. " Nein es geht schon. Hier kann ja nicht wirklich was passieren. Ich weiß ja auch nicht warum ich so in Panik gerate." sagt Oz kopfschüttelnd.
Wir gehen nun zum nächsten Raum. Was wir da sehen läßt uns in der Bewegung erstarren. Der Raum ist gefüllt mit Figuren in Klukluxklan Kleidung. Mir ist sofort klar das vermutlich einer, wenn nicht sogar mehrere Figuren echte Menschen sein werden, die, kaum das wir den Raum betreten haben, zu Leben erwachen werden. Ich blicke Oz an, der mit riesigen Augen in den Raum starrt. Sein Griff um meinem Arm wird fester und er betelt:" Laß uns hier bitte schnell durch gehen!" Ich tue ihm gerne den Gefallen und wir rennen quasi durch den Raum und als wir am Ende des Raumes durch die Tür gehen springt wie aus dem Nichts wieder eine in schwarz gekleidete Person auf uns zu. Das ist für Oz zu viel! Er schreit auf und rennt als ob der leibhaftige Höchstselbst hinter ihm her wäre. "Oz, da gehts lang!" ruft sanne ihn hinter her und Oz dreht sofort um und rennt in die Richtung die Sanne ihn zeigt. Mir schlägt das Herz auch bis zu Hals und ich überlege ernsthaft ob ich dem Kerl in Schwarz nicht eine Verpassen sollte. Sanne zieht mich behutsam in die Richtung in die Oz gerannt ist. Der Nächste Raum ist dunkel und als wir den betreten wird der Raum plötzlich von Stroboskoplicht erhellt. Das Tempo des Lichtes ist atemberaubend und definitiv nicht für zur Epilepsie neigenden Menschen geeignet. Wir durchqueren den Raum zügig und als wir den Flur betreten erkennen wir das der Ausgang nicht mehr weit ist. Oz rennt wie von einer Tarantel gestochen darauf zu und wie aufs Kommando springt abermals eine schwarze Gestalt aus einer Ecke auf ihn zu. Oz schreit wieder wie am Spieß und stürmt zum Ausgang raus. Ich drehe mich zu Sanne die sich nun doch das Schmunzeln nicht verkneifen kann. Wie ich bermerkt hatte, zuckte sie höchstens ab und an zusammen wenn die schwarzen Gestalten erschienen mehr konnte ich beim besten Wille an Reaktion bei ihr nicht feststellen. Ok, sie kenntd as vermutlich schon, doch wage ich ernsthaft zu bezweifeln das die Mitarbeiter immer hinter den selben Ecken warten um die Leute zu erschrecken. Man, diese Frau ist echt cool!
Sie lächelt mich an und dann verlassen wir die Etage und machen uns auf die Suche nach Oz. Der steht völlig ausser Atem am Eingang zum Museum. "Wollt ihr euch noch das Museum ansehen?" fragt Sanne. Ich nicke und auch Oz will sich das noch antun, auch wenn er keine Ahnung hat was ihn da erwartet. Ich stelle erleichtert fest das es nur eine Bunkerausstellung ist die Fundsachen austellt die hier gefunden wurden. Es wird auch dargstellt wie der Bunker erbaut wurde und wofür er erdacht wurde. Als wir wieder ins Erdgeschoss gehen fragt ein Angestellter ob er mich Fotographieren dürfte und dieses Bild dann auf der Homepage ausstellen könne. Ich bejahe und ziehe Sanne an mich heran und signalisiere auch Oz das er sich zu mir gesellen soll. Der Angestellte macht einige Fotos, erkundigt sich noch nach den Namen meiner beiden Begleitungen und bedankt sich höflich.
Als wir den Bunker verlassen ist es schon dunkel. Sanne schlägt noch vor ins Cafe Stresemann zu gehen. Ich find die Idee gut, da ich merke das ich nun doch etwas Durst habe und auch Oz nickt eifrig. Das Cafe Stresemann ist sehr Rustikal gestaltet. Und wie nicht anders zu erwarten hat Sanne auch hier einen Tisch für uns reservieren lassen. Wir werden in eien Ecke geleitet wo ein Tisch für uns vorbereitet ist. Erleichter läßt sich Oz auf einen Stuhl fallen und bestellt ersteinmal ein Bier für sich. Ich grinse order für mich einen Tee und Sanne bestellt sich einen Kaffee. Wir bestellen auch noch eine Kleinigkeit zum Essen und Oz will wissen was dieser Bunkerbesuch Sanne über ihn verraten hat. Sanne schmunzelt und beginnt dann zu erklären. "Oz, du bist ein Mensch der in Gefahrsituationen das macht was die meisten Menschen machen: weglaufen." Oz sieht sie sprachlos an. "Das stimmt, das wurde ich wohl machen." Und Oli, du bist ehr der Typ der sich der Gefahr stellt als vor ihr davon zu laufen." Ich schnappe nach Luft. Woher weiß sie da? Ist das Verhalten im Bunker echt gleichzusetzen mit einer realen Gefahrensituation? Verdammt, ich wurde mich wirklcih jeder Gefahr stellen! " Gut beobachtet! Und du bist anscheindend so cool das du eine kühlen Kopf bewahrst und somit in jeder Situation adequat reagieren kannst." sage ich und sehe Sanne liebevoll an. "Richtig, das tue ich!" sie lächelt mich vielsagend an. Ok Baby ich habe die Message verstanden. Ich weiss ganz genau das sie auf unsere Situation anspricht und gibt mir damit deutlich zu verstehen da sie nie unüberlegt handeln wird. Diese Erkenntnis beruhigt mich ungemein. Oz sieht irritiert von Einem zum Anderen. Ich sehe Sanne fragend an und sie versteht sofort und nickt. Und ich berichte Oz was heute Vormittag vorgefallen ist. "Nach dem Telefonat mit Richard ist es ein Stück weit verständlich das du so reagiert hast. Aber ich kann auch Sannes Bedenken verstehen." sagt Oz als ich mit dem Erzählen fertig bin. " Das ist mir dann auch klar geworden." sage ich zu Oz, leicht genervt da mich die Erinnerung daran, wie ich mich wie ein Arsch aufgeführt hab, gar nicht gefallen. Oz schmunzelt. "Aber da ihr euch ja beide dessen bewusst seid, solltet ihr das packen, vorrausgesetzt ihr redet miteinander und seid immer ehrlich zu einander!" Ich lächel Oz an und bin einmal mehr erstaunt wie Oz es schafft in einem Satz soviel Weisheit rein zu packen. Es geht wirklich nur um Vertrauen. Schaffe ich es das sie mir 100% vertraut ? Das sie auf meine Liebe zu ihr Vertrauen kann und sich sicher sei kann das ich Nichts tue was dieses Vertrauen gefährden könnte? Das ist die Frage und die Antwort in einem Wort. Vertrauen. Ich vertraue ihr uneingeschränkt. Und ich weiß das ich mir ihr Vetrauen erst verdienen muss. Sie kennt meine Geschichte und weiß das ich bisher nicht mit Treue glänzte und ich hab auch nicht wirklich eine Ahnung wie ich ihr diese Sorge, die sie definitiv hat, nehmen kann. Ich bete das die Zeit es zeigen wird. Ich bin überzeugt davon das ich ihr treu sein kann, nein treu sein will. Keine Frau konnte mir bisher das geben was Sanne mir gibt. Sie gibt Alles was ich gemacht habe und noch machen werde einen Sinn. Ich freue mich jetzt schon darauf ihr meine Häuser in LA und New York zu zeigen. Gemeinsam mit ihr zum Fliegen zu gehen und ihr meine Yacht zu zeigen. Mit einem Mal wird es mir bewusst: ich will sie glücklich machen. So einfach ist das. Ich will Sanne glücklich machen!
Ich bemerke das Oz nervös auf die Uhr schaut und noch bevor ich nachfragen kann, schlägt Sanne vor das wir uns langsam auf den Heimweg machen sollten. Oz ist sofort hellauf begeistert. Sanne und ich blicken ihn überrascht an. Was führst du im Schilde Oz? Um 20 Uhr sind sind wir wieder zu Hause. Oz verschwindet sofort in seinem Zimmer. Sanne sieht mich fragend an. "Hat er eine Freundin?" Ich zucke mit der Schulter. Auf die Idee bin ich ja noch gar nicht gekommen, das Oz eine Freundin haben könnte. " Keine Ahnung." antworte ich ehrlich. Sanne stutzt. " Du bist der beste Freund von Oz und weisst nicht ob er verliebt ist? " Ich sehe Skepsis in ihrem Blick und ich fühle mich unbehaglich. Plötzlich schiesst Oz aus dem Zimmer, greift sich Sannes Wohnungsschlüssel und verläßt die Wohnung mit dem Satz: " Ich muss nochmal weg!" Ok, ich bin offiziel irritiert!
Sanne schlägt vor das wir uns im Wohnzimmer noch ein Glas Wein genehmigen sollten und ich stimme nur zu gerne zu. Oz sein Verhalten hat mich doch irritiert und wie ich noch darüber nachgrübel, beginnt Sanne das Gespräch. " Hast du dich jemals für Oz wirklich interessiert? " Wie bitte? Ich sehe sie überrascht an. "Wie meinst du das?" " Weisst du was ihm beschäftigt, was er mag oder wen er liebt? " Oh oh, das Gespräch wird kein Spaziergang. Aus irgendeinem Grund bin ich peinlich berührt und ich erkenne, das ich bisher wirklich mehr auf mich konzentriert war und den Menschen um mich herum nur wenig Beachtung geschenkt habe. Allem voran Oz. Solange ich denken kann war Oz immer da, ich habe mir nie wirklich Gedanken wegen ihm Gedanken gemacht. Es war immer selbstverständlich das er da war, das er für mich da war. Fuck, ich bin echt ein Arsch! Ich schüttel den Kopf und blicke verlegen zu Boden. " Dachte ich mir." sagt Sanne sanft und legt 2 Finger unter mein Kinn und zwingt mich sie an zu sehen. " Es ist nicht selbstverständlich das Jemand für dich da ist, Oli. Lerne es zu wert schätzen und versuche auch für ihn da zu sein. Ignoranz kann schnell dazu führen das man Jemanden verliert den man eigentlich nicht missen möchte. Ich schlage vor das ihr beiden mal die Tage was alleine unternimmt und zwar Etwas was Oz gerne machen wurde." Ich sehe sie fragend an. " Ich hab nur leider keine Ahnung was er gerne mag. " Ich schäme mich in Grund und Boden und mir wird jetzt erst bewusst wie wenig ich Oz eigentlich kenne. Nun ist mir auch klar das er nicht wusste das er für mich mein bester Freund ist. Aber sollte ich als bester Freund nicht alles von ihm wissen? Scheisse, was bin ich nur für ein Freund. Ich bin ein egoistisches Arschloch und ausgerechnet die Frau, die ich über alles Liebe macht mir das klar. Verdammt! Für was hält sie mich jetzt? "Vermutlich ist das aber.....normal..... wenn man schon in jungen Jahren im Mittelpunkt steht und sich Alles nur um einem Selbst dreht." resumiert Sanne und küsst mich zärtlich. "Du hälst mich nicht für ein egoistisches Arschloch?" frage ich unsicher. Sie sieht mich erstaunt an. " Denkst du das ich das tue? " " Nein, aber ich denk das gerade von mir selbst." " Sei nicht zu hart zu dir. Ich glaube ernsthaft das es ehr an den Umständen liegt denen du 12 Jahre ausgesetzt warst. Aber es ist nie zu spät das zu ändern. Jetzt wo du das weisst solltest du Oz mehr Aufmerksamkeit zu teil werden lassen. Er hat es wahrlich verdient." " Ja, da hast du Recht. Und ich werde versuchen ihm ein bessere Freund zu sein als ich es bisher war." Sanne kuschelt sich an mich und wir beide geniessen die Stille und den köstlichen Wein. Sanne erzählt noch das Marika die Weinkennerin ist und sie so gar keine Ahnung vom Wein oder vom Champagner hat. Wir hängen noch unseren Gedanken nach als wir hören das die Wohnungstür aufgeschlossen wird. Kurz danach betritt Oz das Wohnzimmer, gefolgt von meiner Mutter.
" Mum!" rufe ich entgeistert laufe zu ihr und umarme sie ganz fest. Ich hab meine Mutter seit 5 Monaten nicht mehr gesehen und das sie aufeinmal hier ist unglaublich.
"Hallo mein Schatz!" sagt sie und küsst micht sanft auf die Wange. Sie sieht mich prüfend an und lächelt dann bedächtig. Ich kann es immer noch nicht fassen das sie hier ist und plötzlich überwältigen mich meine Gefühle und ich beginne zu weinen. " Schatz, was ist los?" fragt sie besorgt. Ich schluchze. " Nichts Mum, ich bin nur so froh dich zu sehen, jetzt erst merke ich wie sehr ich dich vermisst hab!" sage ich noch immer schluchzend. Mum nimmt mich noch fester in ihre Arme und streicht mir sanft durchs Haar. Verdammt, ich bin 28 Jahre alt und heule in den Armen meiner Mutter. Oh Gott, wie muss das auf Sanne wirken. Sanne!? Ich löse mich von meiner Mutter wende mich zu Sanne, die die Szenerie mit großen Augen bebachtet. " Mum, darf ich dir Sanne vorstellen? Sanne das ist meine Mum." Sanne lächelt und aus dem Augenwinkel erkenne ich das meine Mutter Sanne herzlich anlächelt. Sanne reicht meiner Mutter ihre Hand. " Mrs. Barret. " sagt sie höflich. " Bitte sagen sie Beate zu mir." sagt meine Mum und umarmt Sanne die überrascht ist aber die Umarmung herzlich erwiedert " Sie sind also die junge Dame die meinem Sohn den Kopf verdreht hat?" Mum! Sanne lächelt verlegen und antwortet." Ich befürchte das ihr Sohn mir den Kopf verdreht hat Beate." Sanne lächelt ihr offenes Sannelächeln mit dem sie jeden um ihren Finger wickeln kann und auch bei meiner Mutter funktioniert das sofort. " Möchten sie etwas trinken oder eine Kleinigkeit essen Beate?" fragt dann Sanne, sich ihrer Gastgeberflichten bewusst. Meine Mutter lehnt dankend ab. Oz erklärt uns darauf hin das Marika informiert war und alles soweit schon geplant ist. Ich strahle Oz an und flüster ihm ein Danke zu. Sanne bittet meine Mutter sich zu setzen was sie auch umgehend tut. " Es ist herrlich wieder in Berlin zu sein. Die Stadt hat sich ja total verändert." " Wann waren sie denn das letzte mal in Berlin Beate?" will Sanne wissen. Meine Mutter lächelt wehmütig. " 1981 " " Dann hat sich wirklich viel verändert!" sagt Sanne sanft und ergereift die Hand meiner Mutter und drückt diese. Meine Mutter erwidert den Druck und es ist nicht zu übersehen das sich die beiden mögen. Ich atme erleichtert auf, noch immer überwältigt das meine Mutter hier auf dieser Couch sitzt und sich mit der Frau, die ich über alle Maßen liebe, unterhält.
Bei diesem Anblick geht mir das Herz auf und ich leg Oz, den neben mir steht einen Arm um seine Schulter. " Was hast du eigentlich für ein Hobby?" frag ich ihn und er sieht mich stirnrunzelnd an." Hobby?" fragt er verwirrt nach. " Na du weisst schon, etwas was man gerne macht, womit man gerne seine Zeit verbringt." " Oli, ich weiß was ein Hobby ist." sagt Oz und seine Verwirrung nimmt merklich zu. " Und?" hak ich nach. " Ich lese gerne und ich gehe gern ins Kino." sagt er. Stimmt, das hat er oft erwähnt das er viele Filme kennt und rückblickend hab ich ihn oft mit einem Buch vor der Nase irgendwo sitzen sehen." Was hälst du davon wenn wir die Tage mal ins Kino gehen, nur wir beide?" Oz sieht mich nun völlig perplex an. " Im Prinzip eine tolle Idee." sagt er zögerlich. Ich schmunzel aber ich nehme mir vor von heute an mehr Zeit mit ihm zu verbringen.
Kapitel 6
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen