Freitag, 22. Februar 2013

Kapitel 11

Ich springe von der Couch auf und laufe im Wohnzimmer umher. Ich bin so wütend, so verdammt wütend auf Oz, daß ich die Befürchtung habe, das ich ihm jetzt, hier eine verpasse. Ich fahre mir mit den Händen durch meine Haare und verkralle meine Finger drin um etwas Energie ab zu bauen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal so wütend auf Jemanden war. Ich sehe Oz an und erkenne, das er mich schon fast panisch beobachtet. Ich sehe die nackte Angst in seinen Augen. Verdammt, warum hat er solche Angst vor mir? Verdammt!

Ich begreife das Alles einfach nicht. Warum vertraut er mir nicht? Warum scheint er Angst vor mir zu haben? Warum gibt er sich überhaupt mit mir ab? Wo liegt sein Problem? Fuck! Himmel hilf, ich habe keine Ahnung wie ich mit diesem ganzen Scheiss grade umgehen soll!

Ich atme tief durch und schliesse die Augen.

" Ich kapier das nicht Oz. Anscheinend bin ich für dich ein riesen Arschloch." Er will etwas sagen doch ich hebe meine Hand und er verstummt augenblicklich wieder. " Offensichtlich vertraust du mir nicht und es ist auch nicht zu übersehen das du Angst vor mir hast! Hab ich dir jemals wehgetan? Hab ich auf irgendeiner Weise dein Vertrauen mißbraucht? Wenn ja, bitte Oz, sag es mir, weil ich verdammt nochmal keine Ahnung habe was ich wann gemacht haben könnte! Ich dachte wir wären Freunde doch im Augenblick zweifel ich da sehr dran und es nervt mich total. Du bist für mich verdammt Wichtig, doch wenn es so einseitig ist, wie es den Anschein hat, dann rede Klartext mit mir und verkauf mich nicht für dumm. Ich hab zwar kein ...Genie IQ... doch es liegt mehr als deutlisch auf der Hand, das du mich überhaupt nicht leiden kannst." Als ich die Worte ausspreche merke ich wie sich ein Kloß in meinem Hals bildet den ich verzweifelt versuche runter zu schlucken und ich spüre wie sich meine Augen mit Tränen füllen. Noch nie im Leben fühlte ich mich so verletzt, so verraten und das von Jemanden von dem ich das am Allerwenigsten erwartet hätte. Ich schlucke schwer.

Als ich Oz ansehe stelle ich entsetzt fest das er weint. Dieser Anblick ist zuviel für mich. Ich spüre wie meine Beine nachgeben und ich auf meine Knie sinke. Meine Augen sind tränenverschleiert und ich hab das Gefühl nicht wirklich atmen zu können. Oz sitzt auf dem Sofa und ihm strömen die Tränen lautlos über sein Wangen. Uns trennen nur 2 Meter doch ich bin nicht in der Lage mich zu bewegen. Ich spüre wie mir die Tränen über meine Wangen rinnen. Ich bin verzweifelt, total verzweifelt und habe keine Ahnung warum. Ich wende den Blick von Oz ab und senke meinen Kopf. Vor nicht einmal einer Stunden war noch alles völlig ok, ich war glücklich und jetzt? Wie konnte das passieren? Ich dachte Oz wäre mein Freund. Ich dachte ich wäre auch sein Freund. Falsch gedacht.

Wieso mag er mich nicht?

Wieso mag er mich nicht?

Ich weiß nicht wie lange ich so da sitze, ob es Sekunden, Minuten oder Stunden sind das ist auch egal, weil dieser Augenblick für mich wie eine Ewigkeit vorkommt. Plötzlich spüre ich Oz's Hand auf meiner Hand. Als ich aufblicke sehe ich, daß er vor mir kniet. In seinen Augen erkenne ich Verzweiflung.

" Ich mag dich Oli, mehr als du ahnst. Du bist Familie für mich. Ich würde für dich töten! Das war so von dem Moment an wo wir uns zum Allererstenmal gesehen haben. Erinnerst du dich noch daran? Ich habe diesen Moment nicht vergessen und ich werde ihn auch für den Rest meines Lebens nicht vergessen. Ich werde dich auch noch mögen, wenn du es nicht mehr tust. Mir ist bewusst, daß du mir das jetzt nicht glaubst, Oli...aber es ist so. Ich weiß das es dir so vorkommen muß, das ich dich nicht mag und ich weiß nicht wie ich dich vom Gegenteil überzeugen kann, zumal ich über diesen einen Punkt in meinem Leben nicht sprechen kann und will. Da hast mich erst kürzlich gebeten nie wieder an deine Freundschaft zu zweifeln...darum bitte ich dich jetzt auch. Ich weiß das ich sehr viel verlange aber ...Oli... wenn der Zeitpunkt gekommen ist wirst du es verstehen und ich kann nur hoffen, das du mich dann noch mögen wirst."

Oz sieht mich traurig an und ich erkenne wie sehr es ihn quälen muss das ich so an ihn zweifel. Aber ist das nicht mein gutes Recht? An ihn zu Zweifeln? Kann ich trotz Allem auf seine Freundschaft vertrauen?Ich weiß es einfach nicht! Was hat sich denn geändert? Verdammt, ich weiß es einfach nicht! Mir wird bewusst das sich ja...eigentlich...Nichts verändert hat, nur mein Wissen über Oz hat sich geändert. Reicht das schon aus um alles über Bord zu werfen was mir wichtig ist? Oz ist mir verdammt wichtig, genau wie seine Freundschaft, das ist mir jetzt mehr als deutlich geworden. Aber ist das nicht zu viel von ihm verlangt? Verdammt, was verlangt er denn schon? blafft mich mein Unterbewusstsein an. Was verlangt er? Er will eigentlich nur das ich ihm bedingungslos Vertraue. Genau, bedingungsloses Vertrauen, ist es das was er will?

Ich atme tief ein und wische mir die Tränen aus meinem Gesicht.

" Du verlangst also, daß ich dir bedingungslos Vertraue?" Ich sehe Oz fragend an. Er nickt vorsichtig und ich sehe das er seinen Atem anhält. " Du weißt ganz genau das ich dir blind vertraue und das mir deine Meinung in jedem Aspekt meines Lebens wichtig ist. Aber du verlangst das ich mich aus einem Aspekt deines Lebens ...wie soll ich sagen...raushalten soll?" Oz nickt wieder. " Ich will dich nicht verlieren, Oz, ich bekomme doch ohne dich Nichts auf die Reihe. Du denkst doch für mich! Du kennst mich besser als Irgendwer sonst. Du weißt das ich ein oberflächliches Arschloch bin und hast es immer akzeptiert. Verdammt... natürlich... Fuck... jetzt wird mir einiges klar...! Es ist mein plötzliches Interesse an deinem Leben was sich verändert hat! Die Tatsache das ich vor Sanne nicht als Öberflächlich und Ignorant erscheinen will." Die Erkenntnis triff mich wie ein Schlag. Vor Sanne hat es mich nicht interessiert was in Oz Leben vorging, ach was erzähle ich, was in Irgendjemanden Leben vor sich ging. Einzig mein Leben war für mich von Interesse und das hat sich nun geändert. " Dir wäre es lieber wenn ich wieder dieses oberflächliche Arschloch bin?" frage ich Oz und ich sehe, zu meiner Erleichterung, das er zaghaft lächelt. Gott sei dank!

" Zumindest was meine Person betrifft...für den Moment ...ja, das wäre mir lieber." sagt Oz und ich spüre das mir das Alle mal lieber ist als ihn als Freund zu verlieren. " Ich denke damit kann ich leben...vorerst...tue mir aber bitte ein Gefallen: erwähne auf keinen Fall, zu gar keiner Zeit, so ganz und gar überhaupt nicht... deine Beziehung, Freundin...Affäre! Sie ist für mich, ab diesen Moment nicht mehr existent!" Oz lacht.. " Wenns weiter Nicht ist, Oli, das sollte meine leichteste Übung sein." Plötzlich überkommt mich das Bedürfniss ihn zu umarmen, was ich auch prompt tue. Oz erwidert die Umarmung und nach einigen Augenblicken schlag ich dann vor, das wir aufstehen sollten, da mir nun doch so langsam die Knie wehtun.

Als wir wieder stehen, umarme ich Oz noch einmal und merke wie wichtig auch seine Nähe für mich ist. Er ist all das was ich Nicht bin. Er ist schlau, so verdammt schlau, mitfühlend, witzig, selbstlos, konsequent und so verdammt ehrlich. Ich brauche ihn um mich nicht zu verlieren. Er ist der Einzige, der es schafft mich auf den Boden zu halten, wenn ich mal wieder Gefahr laufe ab zu heben, was leider zu oft vorkommt und trotz Allem, trotz der Tatsache das ich so bin, wie ich bin, ist Oz immer noch an meiner Seite.

" Ich will dich nicht verlieren!" flüstere ich. " Wenn es nach mir geht, wird das auch nie geschehen!" sagt Oz und klopft mir aufmunternd auf den Rücken. " So, nun ab ins Bett, du musst nachher atemberaubend aussehen." Ich muss lachen. " Was denkst du...Anzug oder ehr Leger?" " Anzug wäre wohl etwas übertrieben. Jeans und Sakko sind völlig ausreichend. Ich werd hier gegen 10 Uhr abhauen und im Interconti alles vorbereiten. Ich schicke dir dann eine Sms wo das alles dann stattfindet." " Mach das, ich werd pünklich um 14 Uhr den Raum betreten." sage ich und wünsche dann Oz eine gute Nacht.

Ich gehe, nach einem kurzen abstecher ins Bad, in Sannes Zimmer und lege mich vorsichtig neben sie. Sie schläft tief und fest und sie sieht so wunderschön aus. Als ich vorsichtig meinen Arm um sie lege, merke ich, das sie nackt ist. Ich schmunzel. " Zu erschöpft gewesen um sich was über zu ziehen." flüstere ich ihr sanft ins Ohr und entschliesse mich, es ihr gleich zu tun und ziehe auch meine Pyjamahose aus, die ich im Bad übergezogen hatte. Ich kuschel mich wieder an sie und halte sie fest umschlungen. Ich atme ihren Duft ein, der mich heute unsagbar beruhigt. Der Streit mit Oz ging mir an die Nieren, das spüre ich deutlich und ich habe noch keine Ahnung ob ich es wirklich schaffe, Oz wieder mit der Ignoranz was sein Leben angeht zu begegnen wie noch vor ein paar Tagen. Wenn ich aber will, das die Freundschaft zu Oz mir erhalten bleibt muss ich diesen Weg gehen und ich werde ihn gehen, egal wie steinig er auch sein wird. Für Oz würde ich jeden Weg gehen! Mit dieser Erkenntnis und der Frau die ich liebe in meinen Armen schlafe ich ein.

*********************

Als ich erwache und mich strecke stelle ich zu meiner Belustigung fest das ich doch tatsächlich Muskelkater hab. Die Erinnerung an gestern Abend kommen mir wieder in meinen Kopf und ich muss lächeln. Es war nicht der erste Dreier in meinem Leben aber definitiv der Beste bisher. Sicher, ich bin mir über darüber im klaren, das es unter Umständen Probleme geben kann, wenn Einer von uns es als was anderes ansieht, als es war: nur ein sexuelles Abenteuer unter Freunde. Ich blicke zu Oli, der tief neben mir schläft. Er sieht angespannt aus und ich erkenne, das er um die Augen etwas verquollen aussieht. Oh Gott, hat er etwa geweint? Warum? Ich streiche ihn sanft übers Gesicht und hauch ihn einen federleichten Kuss auf die Nase. Ich wälze mich vorsichtig aus dem Bett und ziehe mir meinen Bademantel über. Auf den Weg zum Bad sehe ich das Oz schon auf ist und in der Küche an seinem Laptop arbeitet. Ich rufe nur ein fröhliches guten Morgen in die Küche und geh ins Bad. Als ich wieder in die Küche gehe, sehe ich, das auch Oz verquollene, rot umränderte Augen hat. Ich runzel die Stirn und kann meine Neugier nicht mehr zügeln.

" Ok, was ist, nachdem ich ins Bett bin, passiert?" frage ich grad heraus und sehe Oz neugierig an. Oz atmet tief ein und schüttelt den Kopf, beginnt dann aber doch zu erzählen.

" Es hat Nichts mit dem zu tun was gestern Abend zwischen uns war." sagt Oz und ich sehe das er traurig wirkt.

" Das erleichtert mich zu hören...trotzdem...bin ich neugierig was war, denn auch Oli sieht um den Augen aus wie du." Oz sieht mich verblüfft an und atmet scharf ein.

" Verdammt, er muss doch heute Mittag super aussehen!" Ich sehe Oz irritiert an, dann fällt mir doch noch die Pressekonferenz ein. Ich stehe auf, geh ins Bad und komme mit einer Tube Hämorrhoidensalbe wieder, die ich Oz, der mich darauf hin völlig verdattert ansieht, in die Hand drücke. " Das hilft, dünn aufgetragen unter den Augen, gegen verquollene Augen und ich glaub das noch etwas Eis im Eisfach ist, das einfach einige Minuten aufs Auge, wenn euch das mit der Salbe zu... komisch...vorkommt." Oz sieht mich noch immer mit großen Augen an und muss dann schmunzeln. " Also, ich würde ja die Salbe woanders hinschmieren...unters Auge...nunja, das wäre mir nie im Leben in den Sinn gekommen, aber wenns hilft...ich meine du bist in dem Fall die Expertin." sagt er und schenkt mir ein atemberaubendes Lächeln. Ich mache mir was zu Essen und setze mich wieder zu Oz, in der Hoffnung das ich erfahre, was los war.

Ich sehe ihn unverhohlen an und ich bin mir sicher das er meinen Blick spürt, aber er denkt gar nicht daran von seinem Laptop auf zu blicken. Oz fängt an zu grinsen, blickt aber noch immer nicht auf. Ich trommel mit meinen Fingern auf die Tischplatte versuche so die Aufmerksamkeit von Oz zu erregen. Das Resultat ist aber, das sein Grinsen noch breiter wird. " Du solltest Fotografin werden!" sagt er plötzlich und mir wird klar warum er den Blick nicht vom Laptop loslösen kann. " Die Bilder!" kreische ich und laufe zu ihm rum. Und da sind sie. Die beiden Männer in der Wanne in den absurdesten Posen die man sich nur vorstellen kann. man sieht ihnen an das sie daran viel Spaß hatten und auch mir zaubern diese Bilder ein Grinsen ins Gesicht. Oz und ich kichern über die Bilder und dann, als das von uns Dreien kommt, verstummen wir beide sofort. "Wow, das ist richtig schön!" sage ich leise und betrachte das Bild ausgiebig. Wir drei, nebeneinander in der Wanne, mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht. " Du hast Recht, Sanne, das Bild ist wirklich sehr schön." erwidert Oz nachdenklich und ich spüre wie ihn wieder die Traurigkeit übermannt. "Was ist los Oz?" frag ich nun direkt.

" Was willste wissen?"

" Das, was dich so Traurig werden läßt."

" Oh, das ist im Augenblick Einiges!" sagt Oz und atmet tief ein.

" Bea?"

" Auch, ja."

" Dachte ich mir. Hast du dich schon bei ihr gemeldet?"

Oz nickt. " Sie antwortet aber nicht auf meine Sms oder auf meine Mail. Ans Telefon ging sie bisher auch nicht." Ich schlucke.

" Verdammt."

" Das kannst du laut sein! Aber weisst du was das Schlimmste ist? Das ich mir im Augenblick wünsche, das sie sich nicht meldet und es vorbei ist!"

Mir fällt die Kinnlade hörbar runter und ich starre Oz entsetzt an.

" Also...äh...Oz...nun...also...das geht vorüber...hoff ich...ich meine....also...ich mag dich...aber ." Oz fängt an zu lachen.

" Um Gottest Willen nicht deswegen Sanne. Ich meine das gestern Abend war toll und ich will das auch nicht ungeschehen machen, aber verliebt hab ich mich nicht in dich, auch wenn du eine tolle, erotische Frau bist. Nein, das Problem ist Oli. Das Wissen, das ich ihm nicht Alles erzähle läßt ihn annehmen das ich ihn nicht vertraue und er zweifelt arg an meiner Zuneigung für ihn. Es ging die Nacht soweit, das er regelrecht zusammen gebrochen ist als er davon überzeugt war, das ich ihn offensichtlich, nicht mag, was ja nicht so ist. Das zu erleben, das er so verzeifelt war hat mich tief getroffen und ich befürchte das Schlimmste, sollte Oli jemals die ganze Wahrheit kennen. Du kennst ihn noch nicht so lange Sanne. Ich weiß wer Oliver Barret wirklich ist und ich weiß, das es ihn zerbrechen wird, wenn er es erfährt. Darum wünsche ich mir, das es vorbei wäre... um Olivers willen."

Ich schlucke. Jetzt hier, in diesem Augenblick weiß ich warum Oli Oz so sehr mag. Er würde tatsächlich auf sein Glück verzichten, für Oliver darauf verzichten glücklich zu werden. Ich glaube, das mir noch nie ein selbstlosere Mensch begegnet ist als Oz.

" Ok, Oz, ich kann nachvollziehen, warum du das denkst. Aber das werde ich nicht zu lassen. Solange ich eine Rolle in Olis Leben spiele wirst du nicht auf dein Glück verzichten müssen. Geb Bea etwas Zeit, ich bin davon überzeugt das sie sich melden wird. Und wünsche dir bitte nie Etwas was du nicht so meinst, auch wenn es die bessere Lösung zu sein scheint. Keiner hat je behauptet das das mit der Liebe leicht ist Oz, wir beiden wissen das vermutlich besser als viele andere Menschen, denen die Weisheit der Bücher verborgen bleibt. Ich werde dir, so gut ich kann, helfen einen Weg zu finden es Oli zu sagen. Aber es wird Zeit brauchen. Alles fängt meist mit einer winzigen Idee an. Oli muss halt ganz langsam die Idee entwickeln wie das sein könnte, das du und seine Mum ein Paar sein könnten. Es gibt einige Filme die das Thema behandeln, schlepp ihn einfach in die Filme und beobachte wie er reagiert. Lass ihn drüber reden wenn er es will, aber forciere nichts. Ich meine die Menschen mussten sich auch erst langsam an den Gedanken gewöhnen das die Erde rund ist und für Oli ist die Welt im Augenblick diesbezüglich noch eine Scheibe."

Oz blickt mit erstaunt an. " Ok, Sanne, versuchen wir es auf deine Weise. Daran hab ich noch gar nicht gedacht das Oli selber die Idee entwickeln müsste, aber warum nicht, könnte funktionieren." " So gefällst du mir besser Oz." sag ich und lächel ihn offen an. " So, ich geh mich jetzt anziehen ich muss gleich los." sagt Oz und springt auch schon auf. Ich entschliese mich ebendfalls mich anzuziehen und wecke dann behutsam meinen noch immer tief schlafenden Traummann.

Ich küsse sanft sein Gesicht und flüster immer wieder seinen Namen. Nach einige Augenblicken beginnen seine Lider zu flattern und er sieht mich mit verquollenen Augen verschlafen an. " Guten Morgen meine Schöne." raunt er. Ich lächel ihn an und halte ihn die Hämorrhoidensalbe vor die Augen. Er blickt mich völlig entgeistert an. Als ich den Blick sehe muss ich lachen. " Verdammt, was willst du damit?" fragt Oli entsetzt. " Ich hab keine Hämorrhoiden!" "Dafür ist es auch nicht gedacht...nun...zumindest in deinem Fall nicht." erwidere ich grinsend und sehe wie Oli anscheindend an meinen Geisteszustand zu zweifeln beginnt. " Du denkst doch jetzt nicht wirklich das ich komplett durchgedreht bin?" frage ich nach und er sieht mich noch immer entgeistert an. " Do ooch!" antwortet er und ich muss abermals lachen. " Das hilft auch wunderbar gegen verquollene Augen und Tränensäcke. Kleiner Geheimtip unter Models und Künstler." Oli runzelt die Stirn. "Na, der muss wirklich geheim sein, ich hab davon noch nie etwas gehört! Du willst mir das aber nicht wirklich unter die Augen schmierem, oder?" " Do ooch!" beantworte ich seine Frage und er sieht mich mit zusammen gekniffenen Augen an. " Oli, die Hämorrhoidensalbe beisst nicht!" " Na, da wäre ich mir jetzt nicht so sicher." sagt er und ich kann mich kaum noch halten vor lachen. "Sanne, du verarschst mich doch hier grade, oder?" " Nein Oli, aber deine Reaktion und dein Gesichtsausdruck ist einfach zu witzig. Ich hab Oz versprochen das du um 14 Uhr wunderschön aussiehst und die Weltpresse aus den Latschen hauen wirst und diese Salbe," ich halte wieder die Tube Hämorrhoidensalbe in die Höhe," hilft dabei."

Oli sieht mich noch immer sehr skeptisch an. " Und wie soll das von Statten gehen?" fragt er schliesslich. " Indem ich dir ganz wenig von der Salbe unter die Augen reibe und sie dort einwirken kann. Das tut auch nicht weh." antworte ich grinsend und Oli macht einen Schmollmund. Oh Gott, hilfe, damit kann er mich locker um den Fingern wickeln! Als ich den Schmollmund sehe wird mir klar, warum er bei meinen Willenlos wird. Es geht mir mit seinem nicht anders. Er atmet tief ein und gibt sich schliesslich geschlagen und ich darf die Salbe auftragen. Als ich damit fertig bin atmet er hörbar aus und ich muss wieder lachen. Doch diesmal schnappt mich Oli und dreht mich auf den Rücken und innerhalb sekundenbruchteile liegt er auf mir und jetzt erst wird mir bewusst, das er nackt ist. " Du bist eine bemerkenswert Frau Sanne, mit Viele noch unentdeckten Talenten und es wird mir eine Freude sein diese Talente alle zu entdecken." raunt er zärtlich und küsst mich leidenschaftlich.

" Hmm, so gerne ich hier mit dir liegen bleiben würde, so müssen wir das auf heute Abend verschieben. Wir habe noch ein wenig zu tun und ich will zeitig los zur Arbeit." murmel ich zwischen den Küssen und Oli, dessen Penis schon hart ist, läßt nur wiederwillig von mir ab.

Eine Stunde später sieht Oli aus wie aus einem Katalog entsprungen. Von den geschwollenen Augen ist nichts mehr zu sehen, von seinen Haaren fallen einige Locken in seine Stirn und sein Gesicht sieht makellos aus. Ich danke Marika dafür, das sie mich in die Geheimnisse von Camouflageschminke eingeweiht hat. Oli betrachtet sein Gesicht im Spiegel und ist begeistert. Seine Augen strahlen, sein Teint ist makellos und seine Haare machen heute mal was sie sollen. Auf meine Bitte hin, hat er seinen drei Tage Bart stehen lassen und das läßt ihn noch heisser aussehen. Ich betrachte ihn, wie er so vor dem Spiegel steht und sich bewundert, und stelle einmal mehr fest wie atemberaubend schön dieser Mann ist. Nur mit seiner Dolce & Gabbana Shorts begleidet steht er vor dem Spiegel und ich geniese den Anblick der sich mir bietet. Sein muskulöser Körper ist nahezu Perfekt und man sieht ihm an das er viel Sport macht. Selbst die Narbe von der Op stört kaum den gesamt Eindruck. Ein Sixpack zeichnet sich auf seinem Bauch ab und sein V-Cut ist sowas von verführerisch. Oh je, Himmel hilf, wie kann ein Mann nur so verführerisch sein? Ich muss mich sehr zusammen reißen die Linie nicht mit meinen Fingern nach zu zeichnen. Der Gedanke daran läßt mich scharf die Luft einsaugen. " Was?" fragt Oli, der mich aufmerksam beobachtet hat, amüsiert nach. " Du hast keine Ahnung wie schön du bist oder?" antworte ich und hauche einen Kuss auf seine Schulter. " Weiß nicht...sag du es mir...was genau findest du schön an mir?" "Alles!" raune ich und Oli grinst. " Du bist perfekt, vom Kopf bis zur Fußsohle und das ist ganz schön einschüchternd. Wie oft trainierst du normalerweise?" frage ich nach um somit die Gelegenheit zu haben mich wieder zu sammeln, denn der Anblick von dem fast nackten Oliver stellt komische Sachen mit mir an. " Jeden Tag, wenn es denn möglich ist. Ich laufe, schwimme und arbeite mit Gewichten. Und das immer mit Oz." "Kein Wunder das ihr beide so super in Form seid!" sage ich und verpasse Oli einen sanften Klaps auf seinen wohlgeformten Hintern. " Komm, lass uns mal überlegen was du anziehst." sage ich und nehm ihn bei der Hand und führe ihn wieder in mein Zimmer.

Nach kurzer Zeit steht er in blauen, verwaschenen Jeans, einen grauen langärmigen T-Shirt, einem schwarzen Sakko und mit seinen schwarzen Lederboots vor mir. " Perfekt!" rufe ich aus und sehe dieses Bild von einem Mann vor mir stehen. " Wenn du so nicht die Weltpresse im Sturm eroberst dann weiß ich auch nicht weiter! Da es aber verdammt kalt draußen ist solltest du noch den grauen Mantel überziehen." Oli betrachtet sich nochmal im Spiegel und nickt dann anerkennend. " Oz hat dir zu 13.30 einen Wagen bestellt, er wird klingeln wenn er da ist." Oli atmet tief ein. " Bist du nervös?" " Nein, ist ja nicht meine erste Pk, wohl aber die Erste ohne die komplette Band, das wird merwürdig sein. Gott sei dank ist ja Oz da." " Ist mit dir und Oz soweit erstmal alles wieder ok?" Oli lächelt. " Er hat mit dir geredet?" " Nicht wirklich freiwillig, ich kann ziemlich hartnäckig sein, wenn ich was wissen will." murmel ich und umarme ihn. Ich sehe ihn Wimpern klimpernd an und er muss lachen. " Das glaub ich sofort. Aber um deine Frage zu beantworten: ja, ich denke schon. Ich werd mich halt, wie vorher auch, so überhaupt nicht für sein Leben interessieren. Das sollte mir nicht schwer fallen." Ich stelle mich auf die Zehenspitzen und hauche eine sanften Kuss auf seinen Mund. " Gib ihm einfach Zeit Oli, gib ihm einen Vertrauensbonus, ich denke den hat er verdient. Ich glaube nicht das Oz das aus Boshaftigkeit macht, also das er dir etwas verheimlicht, sondern aus Sorge um Jemand anderen." " Du hast Recht, wenn es nur um ihn ginge hätte er bestimmt etwas gesagt. Oz würde nie jemanden eine Bitte abschlagen, schon gar nicht einem Menschen den er liebt. Hat er dir etwas erzählt?" Oh je! Verdammt! Scheiße, jetzt werd ich wohl Lügen müssen...ihn anlügen...verdammt!

" Nein, sollte er?" "Nein, ich dachte nur, da du sie ja bestimmt nicht kennst." Ich versuche mir ein grinsen aufs Gesicht zu zaubern." Hm, ich kenne aber dich und das weiß Oz." Oli grinst nun auch. " Stimmt soweit hab ich gar nicht gedacht. Siehste, ich kann gar nicht ohne Oz, ich bin gar nicht in der Lage selbständig zu denken!" sagt Oli lachend und ich fühle mich hundeelend.

20 Minuten später stehe ich vor der Suite von Olis Mum. Ich hab noch 30 Minuten Zeit bis ich zur Arbeit muss und ich will das hier noch geklärt haben. Ich atme tief ein und klopfe. Als Bea die Tür öffnet sieht sie mich überrascht an. " Hallo Bea, haben sie einige Minuten für mich?" Sie atmet jetzt tief ein und nach kurzem überlegen läßt sie mich wortlos eintreten. Ich sehe sofort das sie am packen ist und spüre wie sich mein Herz zusammen zieht. Oh verdammt, sie ist echt sauer!

" Tun sie es nicht" sage ich grad heraus und sehe ihr direkt in die Augen.

"Was soll ich nicht tun, Sanne?"

" Berlin verlassen ohne mit Oz geredet zu haben."

" Ich brauch einen Drink. Möchten sie auch einen?"

" Nein danke, ich muss ja noch arbeiten." Zu meinem Entsetzen schenkt sie sich einen Armagnac ein. Oh ha, es ist nicht mal Mittagszeit. Ich frage mich unweigerlich ob Bea ein Alkoholproblem hat. Sie nimmt einen großen Schluck und deute mir mich zu setzen, was ich auch tue.

" Bea, sie tun Oz unrecht. Das Ganze war meine Idee. Sie kennen Oliver besser als irgend jemand sonst und sie wissen sicher ganz genau, das er, wenn sich erst einmal eine Idee in den Kopf gesetzt hat, er nicht von ihr abläßt, bis er sie verwirklicht hat. Welche Alternativen blieben da noch? Die Frage war nicht ob es zum Dreier kommt sondern mit wem. Die anderen Möglichkeiten wären ein Groupie gewesen oder... ein Dreier mit ihnen, Bea!"

Bea zieht scharf die Luft ein.

" Das müssen sie mir nicht alles noch einmal erzählen Sanne, das Alles hab ich bereits von Colin gehört." Sie sieht mich an und ihr Blick trifft mich tief in meinem Herz. Die Frau, die neben mir sitzt ist nicht wütend oder sauer. Nein, sie ist verzweifelt. Warum?

" Ich reise nicht ab, weil ich sauer bin. Ich reise ab, weil ich spüre, das, wenn es weiter geht, in eine Katastrophe enden wird. Ich hätte Colin nie sagen dürfen das ich ihn liebe. In all den Jahren und ich weiß von Colin, daß sie wissen wie lang es schon läuft, war alles wunderbar. Keiner fühlte sich verpflichtet und wir hatten sehr viel Spaß zusammen und genossen immer die Zeit in der wir zusammen sein konnten und Sanne, ich meine nicht nur das Sexuelle. Wir haben soviel gemeinsam erlebt, unendlich Vieles gemeinsam entdeckt. Wider meines besseren Wissens hab ich den Status Quo verändert und das wird sich rächen. Man kann keine richtige Beziehung führen wenn man Angst haben muß entdeckt zu werden. Wir wären, zwangsläufig, gezwungen uns gegenüber Oliver zueinander zu bekennen und ich bin mir ziemlich sicher das er das nicht akzeptieren wird. Nein, ich gehe, weil ich meinen Sohn liebe und ich auch Colin liebe und ihm eine Zukunft mit einer anderen Frau ermöglichen möchte und nicht weil er einen Dreier hatte. Es machte mir nur bewusst, was für Probleme wir uns immer wieder stellen müssten wenn wir zusammen bleiben." Bea nimmt wieder einen großen Schluck vom Armagnac.

" Oz liebt sie Bea und sie sollten ihm die Chance geben mit ihnen zu reden. Sie werden überrascht sein, denn ich glaube, nein, ich weiß, das es eine Lösung geben kann. Sie wird Zeit brauchen und viel Fingerspitzengefühl wird erforderlich sein, aber wenn man es geschickt anstellt wird sich Oli an die Vorstellung das sie mit seinem besten Freund zusammen sind schneller gewöhnen als sie es heute, hier, für möglich halten. Geben sie Oz und sich eine Chance. Sie haben es beide mehr als verdient und solange ich eine Rolle in Olis Leben spiele, werde sich Alles tun was nötig ist um ihnen beiden den Rücken frei zu halten. Oz hat sie schon immer geliebt Bea und er wird, nur weil sie alleine entscheiden das er jemand anders lieben soll, nie eine andere Frau so sehr lieben wie sie, Bea."

Ich sehe das ihr die Tränen in die Augen steigen und ich weiß, das meine Worte sie erreicht haben.

" Leider muss ich jetzt los. Ich hoffe, daß sie die richtige Entscheidung treffen, Bea und das Glück, ihr Glück, wählen."

Ich verabschiede mich von Bea und bin mir ziemlich sicher, das sie bleiben wird um mit Oz zu reden.

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Als ich um 13.45 vor dem Interconti vorgefahren werde, sehe ich, das einige Fans sich versammelt habe. Ich entscheide mich dazu, den Haupteingang zu nutzen um ihnen die Möglichkeit zu geben Autogramme und Bilder von mir zu bekommen. " Geben sie bitte Oz meine Gitarre." sage ich dem Fahrer und steige aus dem Wagen. Sofort bin ich von Fans umringt, die es offensichtlich kaum glauben können, das ich Leibhaftig vor ihnen stehe. Ich liebe es, mir Zeit für meine Fans zu nehmen, denn ohne sie wäre Solitary Brave nie zu einer der erfolgreichsten Rock Bands der Welt geworden.

Als ich einige Minuten später die Lobby des Hotels betrete kommt Oz schon auf mich zu und führt mich in einen Vorraum der an den Saal, wo die Pressekonferenz stattfindet, angrenzt. " Wow, du siehst echt atemberaubend aus!" Ich strahle ihn an. " Du wirst nie erraten, was dafür gesorgt hat, das ich so atemberaubend aussehe." feixe ich. " Ich denke ich weiß was es war. Hämorrhoidensalbe!" " Verdammt und ich dachte ich kann dich damit schockieren." Oz lacht jetzt laut auf. " Nein, das hatte heute Morgen schon Sanne übernommen." " Du hättest mein Gesicht sehen sollen, als sie mir beim Aufwachen die Tube Hämorrhoidensalbe hin hielt!" "Das glaub ich dir gerne Oli, ich hab auch reichlich verwirrt drein geschaut, aber wie man sieht, das Zeug wirkt Wunder." Nun lachen wir beide. Der Manager des Hotels fragt mich was für Getränke ich haben möchte und ich entscheide mich für Wasser. " Du hast deine Gitarre dabei?" fragt Oz und ich nicke. " Soll ich sie mit rein nehmen?" " Ja, das wäre eine gute Idee." antworte ich lächelnd. Ich bin mir ziemlich sicher das Oz etwas irritiert ist weil er keine Ahnung hat warum ich zur Pk eine Gitarre mitschleppe. Ich habe mir etwas überlegt, was schon lange überfällig ist und denke das die heutige Pk den geeingnete Rahme dafür darstellt. Ich hoffe nur, daß Oz es zu schätzen weiß.

Oz sieht mich an. " Du willst alle Fragen zulassen?" " Ja, Oz, das will ich. Ich werde spontan entscheiden was ich beantworte und was nicht." " Gut. Ich werde nur eine kurze Einleitung geben und dann dir alles Weiter überlassen. Ich mache nur eine Rednerliste und rufe, wenn es ok für dich ist, die Journalisten auf. Es sind überrings 75 gemeldete Journalisten anwesend und einige Sender übertragen die Pk live." Ich sehe Oz erstaunt an. " Für die Zeit? Beachtlich! Naja, anscheinend ist meine Gesundheit von ausserordentlichem Interesse." sage ich lachend. Oz klopft mir lachend auf die Schulter und sieht mich aufmunternd an. " Bereit?" Ich nicke und schenke ihm mein strahlendes Lächeln und er öffnet die Tür zum Saal, den er als Erster betritt. Ich folge ihm.

Showtime Barret!


Kapitel 12


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