Der Saal ist voll und kaum, das ich ihn betrete setzt das Blitzlichgewitter ein. Ich gehe zügig zum Podium und positioniere mich so, das die anwesenden Fotografen Gelegenheit haben mich zu fotografieren, was sie dann auch ausgiebig machen. Ich biete ihnen einige Posen an und schenken ihnen mein Oliver, der Rockstar Strahlen. Nach einigen Minuten bittet Oz die Fotografen das sie nun bitte zurücktreten sollten damit die Pk beginnen kann. Wie immer ist Oz Auftreten so souverän, das umgehend alle Fotografen sich zurück ziehen. Nachdem Ruhe eingekehrt ist und ich Platz genommen hab, beginnt Oz mit einigen einleitenden Worten und ruft dann auch schon den ersten Reporter auf, der seine Frage stellen soll.
" Zu Allererst, Oliver, sie sehen fantastisch aus!" Ein allgmeines, zustimmendes Gemurmel ist zu hören.
" Danke sehr. Ich fühle mich auch fantastisch." sage ich und strahle in die Menge.
" Gerüchten zu Folge war es ein Blinddarmdurchbruch. Was ist an diesem Gerücht dran?"
" Die Gerüchte stimmen, ich hatte tatsächlich einen Blinddarmdurchbruch, der sehr gut verheilt."
Oz ruft den nächsten Reporter auf.
" Oliver, sie sollen einen Tag nach der Op, das Krankenhaus auf eignem Wunsch verlassen haben. War das nicht riskant?"
" Nein, war es nicht. Ich hatte ja 24 Stunden eine Krankenschwester um mich, die sich liebevoll um mich gekümmert hat und es noch immer tut."
Urplötzlich schiessen etliche Hände nach oben und wollen auf die Reporterliste. Mir ist sofort klar, daß die Fragen, was meine Gesundheit angeht nun erledigt sind. Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen und Oz sieht mich belustigt an. Er ruft den nächsten Journalisten auf.
" Die junge Dame, die sie am letzten Wochenende der Welt als ihre Freundin vorgestellt haben, ist sie die Krankenschwester, die sich liebevoll um sie gekümmert hat?"
" Ja, diese junge Dame ist diese Krankenschwester!"
" Oliver, sie haben sich also während der Op in eine Krankenschwester verliebt?" fragt ein anderer Reporter und lächelt mich an.
" Nicht während, davor."
" Verraten sie uns ihren Namen?"
" Nein, das werde ich nicht tun.Ich möchte ihr gerne noch etwas Privatsphäre gönnen."
" Ihre Freundin ist berufstätig. Wie wollen sie beide den Spagat zwischen Beruf und Beziehung meistern?"
" Auf diese Frage kann ich ihnen beim besten Willen nicht antworten, da ich es selber noch nicht weiß."
" Sie sind ja nicht grade dafür bekannt ernste Beziehungen zu führen. Man sagt ihnen ja ehr nach, das sie es mit Treue nicht so genau nehmen. Was soll diesmal anders sein?"
" Sie meinen ausser der Tatsache, das sie die erste Frau ist, die ich offiziell als meine Freundin präsentiert habe? Nun, da kann ich ihnen ruhigen Gewissens sagen das Alles, zum mitschreiben, Alles diesmal anders ist."
" Da Alles anders ist, wird das nicht ihre Band beeinflussen?"
" Nein, das denk ich nicht. Meine Freundin weiß wer ich bin und was mir die Band bedeutet. Sie weiß auch das ich nie die Band in Stich lasse und ich bin mir ziemlich sicher, das sie das niemals verlangen würde."
" Sie reden also mit ihr über solche Dinge?"
Die Frage verblüfft mich.
" Ja sicher, reden sie mit ihrer Frau oder Freundin nicht über solche Dinge?" Der Journalist sieht mich jetzt verblüfft an, antwortet aber schliesslich.
" Sicher Oliver, red ich mit meine Frau über solche Dinge, nur von ihnen hätte ich, und ich denke mal ein Großteil der Kollegen, das so nicht erwartet. Sie galten bisher, was Frauen anging, als Egoist."
" Daran hat sich Nichts geändert. Meine Freundin weiß das ich egoistisch und oberflächlich bin. Sie akzeptiert das. Und ob sie es glauben, oder nicht, alleine diese Akzeptanz führt dazu, das ich mich langsam aber sicher verändere. Wir reden viel, nun ja, immer hin müssen wir uns ja erst kennen lernen. Ihre Meinung, ihre Ansichten sind mir wichtig. Bisher gab es kaum Menschen in meinem Leben auf deren Meinung ich Wert gelegt hab. Einer dieser Menschen sitzt neben mir. Er hat mir schonend beigebracht, das ich mich, in dieser kurzen Zeit, schon verändert habe und sie dürfen Alle sehr gespannt sein, wohin das führen wird. Selbst ich habe keinen blassen Schimmer." sage ich und lächel.
" Wird diese persönliche Entwicklung auf die Musik Einfluss haben?"
" Das will ich doch hoffen! Aber mal im Ernst, ich habe jetzt schon einige Ideen, die ganz bestimmt ihren Weg aufs nächste Album finden werden. Die Liebe zu meiner Freundin scheint eine wahre Inspirationsquelle zu sein."
" Sie haben jetzt das große Wort Liebe in den Mund genommen. Was macht sie so sicher, Oliver, das es nicht nur wieder eine belanglose Liebelei ist?"
" Das Gefühl was ich habe wenn ich ihre Stimme höre oder ich ihre Berührungen spüre. Ich kann es nicht in Worte fassen aber ich weiß das ich vorher sowas noch nie empfunden habe. Jede Berührung ist wie ein kleiner Stromschlag, der durch meinen ganzen Körper jagdt, mir die Sinne raubt. Wenn sie mich ansieht hab ich das Gefühl das sie in meine Seele blicken kann. Es ist wirklich schwer zu beschreiben und ich wünsche jeden Menschen, das er das einmal in seinem Leben spürt, was ich fühle."
" Das kling nach der großen Liebe."
Ich schmunzel.
" Der einzig wahren Liebe!" stimme ich dem Journalisten zu.
" Die Zeit, die ihnen hier in Berlin noch bleibt ist ja beschränkt. Wie sehen jetzt die weiteren Tourpläne aus?"
" Es ist geplant, das ich am 18.2. nach Singapur fliege, wo ich mich mit den Jungs treffen werde." Oz gibt darauf hin eine ergänzende Erklärung ab. " Ich hatte ihnen ein Handout gegeben, da stehen alle bisher bestätigten Termine drin, selbstverständlich mit den aktualisierten Konzertterminen bis zum Mai. Im Mai haben Solitary Brave urlaub, um dann für die Openairfestivals fit zu sein."
Ich sehe Oz erstaunt an. Wann zum Teufel, hat er das denn gemacht? Schläft er eigentlich?
" Wird ihre Freundin sie begleiten?"
" Da sie beruftstätig ist und an einem Urlaubsplan gebunden ist...nein, wird sie nicht."
Die Fragen gehen nun wieder in Richtung der Band und zu aktuellen Platzierungen. Ich bin angenehm überrascht das die Fragen bezüglich Sanne recht unspektakulär waren und ich mich keinen Augenblick unbehaglich fühlte. Als sich die Pk dem Ende nährt wage ich das, was ich für Oz geplant habe.
" Wie es aussieht war es das. Ich möchte sie aber trotzdem noch bitten, mir einige Minuten ihrer Zeit zu schenken." Ich stehe auf und hole meine Gitarre, setze mich wieder und drehe mich so, das ich auf Oz blicken kann, der mich neugierig ansieht. Die anwesenden Journalisten beobachten mich aufmerksam und ich kann die Spannung schon fast mit den Händen greifen.
" Ich möchte heute die Gelegenheit ergreifen und mich bei einem Menschen bedanken, der schon seit Kindertagen, an meiner Seite ist. In den letzten Tagen war er mir eine wertvolle Hilfe und mir wurde bewusst, das ich mich nie bei ihm bedankt habe. Es ist schon eigenartig, wie sehr ein Erlebnis...ein Ereignis...einen Menschen verändern kann. Das Lied ,das ich jetzt für ihn spielen möchte fand ich vor gar nicht all zu langer Zeit furchtbar und ich wäre nie im Leben auf die Idee gekommen es jemals zu singen, gescheige denn vor Publikum. Aber heute... ich habe entdeckt, das der Text genau das ausdrückt, was ich ihm heute sagen möchte...was ich schon längst hätte sagen müssen. Das hier ist für dich Oz!" Ich sehe ihn an und höre wie er scharf die Luft einsaugt. Ich beginne die Saiten meiner Gitarre zu spielen und als ich den Rhythmus gefunden hab fange ich an zu singen.
It must have been cold there in my shadow
To never have sunlight on your face
You were content to let me shine, that's your way
You always walked a step behind
So I was the one with all the glory
While you were the one with all the strength
A beautiful face without a name for so long
A beautiful smile to hide the pain
Did you ever know that you're my hero
And everything I would like to be?
I can fly higher than an eagle
For you are the wind beneath my wings
It might have appeared to go unnoticed
But I've got it all here in my heart
I want you to know, I know the truth, of course I know it
I would be nothing without you
Did you ever know that you're my hero?
You're everything I wish I could be
I could fly higher than an eagle
For you are the wind beneath my wings
Did I ever tell you you're my hero?
You're everything, everything I wish I could be
Oh, and I, I could fly higher than an eagle
For you are the wind beneath my wings
'Cause you are the wind beneath my wings
Oh, the wind beneath my wings
You, you, you, you are the wind beneath my wings
Fly, fly, fly away, you let me fly so high
Oh, you, you, you, the wind beneath my wings
Oh, you, you, you, the wind beneath my wings
Fly, fly, so high against the sky
So high I almost touch the sky
Thank you, thank you
Thank God for you, the wind beneath my wings.
Im Saal herrscht Totenstille als ich aufhöre zu spielen. Während der ganzen Zeit, in der ich gesungen habe, war mein Blick auf Oz gerichtet. Er kann es kaum glauben was hier grade passiert, das seh ich ihm nur all zu deutlich an. Ich sehe nun, das ihm Tränen in die Augen steigen und er mir sein typisches Oz lächeln schenkt. Ich lächel zurück und weiß, das das Lied seine Wirkung nicht verfehlt hat.
" Danke, Oz...für Alles." sage ich leise und spüre wie sich in meinem Hals ein Kloß bildet, den ich versuche runter zu schlucken.
Oz holt hörbar Luft, zwinkert hektisch.
" Das wäre nicht nötig gewesen...du weißt das ich immer Alles für dich tun werde. Dazu sind Freunde da." Verdammt, sogar jetzt ist er noch souverän!
Nun kann ich mich nicht mehr beherrschen. Ich erhebe mich, stelle die Gitarre zur Seite und umarme Oz, der mittlerweile auch steht. Nun erwacht der Saal zum Leben und das Blitzlichtgewitter setzt ein. Ich spüre, das Oz sich nun an mich klammert und ich spüre seine Tränen an meinem Hals. Ich drehe ihn so, das die Kameras ihn so nicht sehen können und flüster ihm zu: " Ich liebe dich, Mann!" Oz schlägt mir auf den Rücken. " Verdammt Oli, hör jetzt auf, ich versuche grade mich wieder zu fangen." flüstert Oz mir zu und ich muss lachen. " Tut mir Leid, das es kein selbst geschriebenes Lied war." " Vergiss es, das Lied passt. Damit hast du mein Herz berührt." Wir lösen unsere Umarmung und während ich mich den Journalisten zu Wende, wischt sich Oz die Tränen aus dem Gesicht.
" Danke meine Damen und Herren, das sie sich die Zeit genommen haben. Ich hoffe diese Pressekonferenz konnte ihre Neugier ein wenig befriedigen. Eine bitte noch: mir bleiben noch 4 Tage hier in Berlin, die ich gerne so normal wie möglich verbringen würde und möchte sie bitten, meine Privatsphäre zu achten. In Asien stehe ich ihnen dann wieder Voll und Ganz zu Verfügung." Ich blicke die Journalisten an und sehe ein stummes Einvernehmen. Ich nicke lächelnd und langsam beginnt sich der Saal zu leeren.
Ich wende mich Oz zu, der sich wieder gefangen hat. " Steht noch was an?" frag ich nach. " Nein, bisher nicht, aber meist kommen die Anfragen erst einige Minuten später, wenn die Journalisten beim Schreiben merken, das sie noch was wissen wollen. Lauf einfach nicht zu weit weg. Ich halte jede Wette das der Eine oder Andere noch mal nachfragen wird." " Ok, was hälst du davon wenn wir nachher, wenn das erledigt ist einige Gewichte stemmen? Ich hab festgestellt, das Sanne meinen V-Cut total sexy findet und dem will ich heute viel Aufmerksamkeit schenken." erläutere ich lachen und Oz grinst. " Oha, also Bauchtraining bis zu Umfallen. Macht das denn deine Narbe mit?" " Keine Ahnung, lassen wir uns überraschen." Aufeinmal seh ich, das Oz blaß wird und angespannt hinter mich blickt. Irritiert drehe ich mich um und sehe wie meine Mutter auf uns zu kommt. Sie lächelt uns an und ich ich gehe auf sie zu um sie zu umarmen. " Mum, schön dich zu sehen. Woher wusstest du von der PK?" " Hallo mein Schatz. Colin war so lieb und hat mich informiert." Sie streicht mir sanft übers Gesicht. " Du siehst wirklich fantastisch aus Oliver, so Glücklich. Sanne scheint dir sehr gut zu tun." Ich lächel sie sanft an. " Ja Mum, das tut sie. Ich liebe sie so sehr das ich mich ernsthaft frage, wie ich es überleben soll, wenn sie nicht bei mir ist." " Du wirst es überleben und das Wiedersehen wird um so Schöner sein. Heut zu Tage gibt es ja etliche Möglichkeiten im Kontakt zu bleiben und ich bin mir ziemlich sicher, das ihr täglich Kontakt haben werdet, wenn auch nicht körperlich." " Da hast du wohl Recht." sage ich und küsse sie zärtlich auf ihre Wange.
" Mr. Barret, haben sie einen Augenblick Zeit ?" fragt mich ein sehr gut gekleideter Mann. " Sie sind?" frage ich nach und löse mich von meiner Mum. " Ich bin Mario Zanchetti, ich arbeite für Dolce & Gabbana." Er reicht mir die Hand und ich ergreife sie. " Dolce & Gabbana.. find ich gut, ich mag ihre Unterwäsche." sag ich grinsend und zieh etwas den Rand meiner Shorts hoch." " Gut zu wissen. Ich wurde beauftragt sie zu fragen ob sie Interesse an einem Fotoshooting für Dolce & Gabbana hätten, vorzugsweise in unserer Unterwäsche?" Ich sehe ihn sprachlos an.
"Ich bin Sänger, kein Modell." antworte ich und blinzel hektisch. " Das weiß ich, Mr. Barret aber darum geht es auch nicht. Sie verkörpern ein Image, welches sie für DG interessant macht. Einer der besten Fotografen, Mariano Vivanco, würde die Fotos machen, vorzugsweise in New York. Wir wollen ja erst einmal sehen, wie die Fotos aussehen, wenn sie gemacht wurden und dann entscheiden, ob daraus eine Zusammenarbeit entstehen kann. Sehen sie, Mr. Barret,.." " Oliver bitte!" unterbreche ich ihn kurz, " Danke sehr...also Oliver, sie sind ein sehr attraktiver Mann der auf Frauen, als auch auf Männer erotisch wirkt und das ist ein Vorteil für etwaige Kampagnen." Ich höre ihm verblüfft zu. An Werbung oder Ähnliches habe ich bisher gar nicht gedacht, aber die Idee gefällt mir und ein professionelles Fotoshooting wollte ich schon immer mal machen. Ok, für die Alben wurde oft Fotosessions gemacht oder für Promotionzwecke für die Band aber niemals allein. Ich gebe zu, der Gedanke reizt mich. Du bist ein verdammter Narzisst! wirft mir mein Unterbewusstsein entgegen, aber ich ignoriere es. " Mr. Zanchetti, sie haben mich an der Angel." sage ich und lächel ihn offen an. " Wunderbar Oliver! Hier ist meine Visitenkarte. Denken sie drüber nach und rufen sie mich an, wenn sie wissen wann sie in New York sein werden und ich werde alles Andere in die Wege leiten." Er reicht mir seine Visitenkarte und verabschiedt sich dann.
Als ich mich wieder zu Oz umdrehe sehe ich wie er leise mit meiner Mutter redet. Beide wirken seltsam angespannt und ich frage mich, ob sie Streit hatten. Oz kennt meine Mum ja fast so lange wie er mich kennt und es gab öfters Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen. Oz hat nie Irgendetwas einfach so hingenommen und meine Mutter agiert wie eine Mutter halt agiert und versucht immer mich zu schützen. In den Anfängen der Band war es oft besonders schlimm. Oz hat meist meine Kämpfe mit meiner Mutter ausgefochten, da er einfach besser Argumentieren kann als ich. Ich weiß zwar nicht um was es jetzt hier geht, aber es muss was Ernstes sein. Mit einmal kommt mir der Verdacht auf, das es um den Dreier gehen könnte, auch wenn ich keinen Schimmer hab, woher sie das hätte erfahren können. Ich nähre mich den beiden und schlagartig verstummen sie als sie sehen das ich mich nähre.
" Probleme?" frag ich neugierig und blicke von meiner Mum zu Oz. Der schüttelt den Kopf. " Sicher? Du schienst unangenehm überrascht zu sein als meine Mum kam."" Es geht ums liebe Geld, Oliver" sagt meine Mum und ich sehe sie erstaunt an. " Wie? Warum? Verstehe ich nicht! Ich meine du bekommst doch einen nicht unerheblichen Betrag im Monat...reicht der dir nicht?" Meine Mutter lächelt. " Doch Schatz, aber ich würde gerne eine größer Investition vornehmen und wollte einen Vorschuß haben. Ich bat Oz, das er dich deshalb fragen sollte, das hat er, offensichtlich, noch nicht getan." " Eine Investition?" " Ja, ich möchte mir ein neues Haus kaufen und wie du sicherlich weißt sind die nicht grade billig." Ich sehe Oz irritiert an. Der wirkt nun noch nervöser. " Also Mum, von mir aus...nehm dir soviel Geld wie du möchtest. Ich dachte eigentlich das es klar wäre das Oz, der ja einen Blick auf meine Finanzen hat, dir jeder Zeit, jede Summe geben kann. Aber offensichtlich ist das nicht so klar." Ich blicke Oz an, der entschuldigend mit den Schultern zuckt. " Gut, nachdem das geklärt ist...wollen wir was Essen gehen? Ich habe hunger!" Meine Mutter strahlt mich an und auch Oz schafft es nun wieder zu lächeln und wir fahren zusammen Restaurant Zur letzten Instanz. Sanne hatte mir dieses Lokal empfohlen und ich hatte vorsorglich reserviert gehabt. Ich bin froh darüber, das meine Mutter dabei ist, denn ich weiß, das sie die typische berliner Küche vermisst. Und auch ich bin neugierig was Berlin zu bieten hat. Sanne hat mir die Kohlroulade ans Herz gelegt, die ich auch probieren werde.
Als wir Zur letzten Instanz erreichen strahlt meine Mutter übers ganze Gesicht. " Sanne hatte mir das Restaurant empfohlen und ich soll ja die Kohlroulade essen!" sage ich lachend zu meiner Mum, die darauf hin lacht. " Wenn sie hier Eisbein haben werde ich mir mal das gönnen!" ruft meine Mutter erfreut und betritt, nachdem ich ihr die Tür öffne, lachen das Restaurant. Eine übereifrige Kellnerin stürmt gleich auf uns zu und führt uns sofort zu unserem Tisch und überschlägt sich förmlich vor Höflichkeit. Oz grinst bei dem Schauspiel was sich ihm bietet und auch meine Mutter kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Ich versuche so nett und freundlich zu beleiben wie es mir im Angesicht von zwei breit grinsenden Gesichtern möglich ist. Als wir unsere Getränke geordert haben kann ich mir auch ein Lachen nicht mehr verkneifen. " Ich werde mich nie daran gewöhnen, das mein Sohn Frauen reihenweise um den Finger wickelt." sagt meine Mum und lächelt mich liebevoll an. Als die Getränke kommen bestellen wir unser Essen. Während wir darauf warten erzähle ich von dem Gespräch mit Herrn Zanchetti. Oz fällt die Kinnlade runter. " Ein Fotoshooting für Dolce & Gabbana?" fragt er ungäubig nach. Ich nicke. " Wow, das ist eine super Sache! Ich kann mir jetzt schon lebhaft die Reaktion von Richard vorstellen. Er wird nicht begeistert sein, zumal er ohnehin eine Paranoia hat was dein dauerhaftes verbleiben in der Band angeht." Ich stutze." Was genau meinst du? " " Richard befürchtet ernsthaft das du, in nicht all zu weiter Zukunft, die Band verlassen wirst." " Wie kommt er denn auf die Idee?" Oz zuckt mit den Schultern.
"Schatz, ich sehe das aber auch." Oz und mein Kopf schwenken augenblicklich auf meine Mum um. " Bitte?" " Du bist der Kopf der Band, du schreibst die Musik und die Texte der meisten Lieder. Du ziehst die Jungs mit, aber im Prinzip sind sie austauschbar, du nicht. Du hast deinen Wert noch nicht ganz begriffen, Oliver, aber in dem Moment wo du das machst wirst du umdenken. Eine Band bremst dich auf Dauer aus und es ist nur eine Frage der Zeit, so glaube ich, bis du das Leid bist und dein Ding machen willst." " Aber Mum, die Band ist mein Ding. Ohne die Jungs wäre ich nicht da wo ich jetzt bin!" Meine Mutter lächelt weise, ich sehe ihr genau an, das sie mir kein Wort glaubt. Verdammt! Wieso denken Alle das ich Solitary Brave verlassen werde? Das ist doch mein Leben! Ich schüttel den Kopf um den Gedanken los zu werden. Ich werde Solitary Brave niemals verlassen!
Oz wechselt daraufhin das Thema und erzählt mir, das er für Morgen Abend alles organisiert hat, wie wir es besprochen haben. Ich hab für den Valentinstag ein romantisches Candlelightdinner geplant. " Im The Regent erwartet man euch dann so gegen 21 Uhr. Sanne muss ja bis 20 Uhr arbeiten, ihr könnt euch also Zeit lassen." "Danke Oz. Ach ja, was ich dich fragen wollte: schläfst du eigentlich?" frag ich ihn. Er sieht mich lachend an. " Klar schlafe ich. Dein Leben zu organisieren ist nicht so Zeitaufwendig wie du vielleicht glaubst." antwortet er zwinkernd.
Nach dem Essen fahren wir zum Adlon, wo Oz und ich uns dann direkt zum Fitnessstudio begeben. Unsere Sportsachen sind ja noch vor Ort und dank dem Service vom Adlon sogar frisch gewaschen. Ich liebe es Oliver Barret zu sein. Heute will ich mich ausschliesslich um meine seitliche Bauchmuskulatur kümmern und hab mir mit Oz einige Übungen überlegt. Als wir auf dem Laufbändern uns aufwärmen sehe ich, wie eine sehr attraktive Mitvierzigerin Oz schöne Augen macht. Und zu meiner Überraschung reagiert Oz. Er lächelt sie an und blickt ihr hinter her. " Ey, Oz, sag jetzt nicht das du auf ältere Frauen abfährst?" Oz fällt die Kinnlade runter und wird knall rot. Jetzt kann ich mich nicht mehr halten und fange an zu lachen. Oz steht auf MILF ( Mother I’d Like to Fuck). Damit hab ich nun echt nicht gerechnet aber ok, Jedem das Seine. Nun ist aber einmal mehr meine Neugier geweckt und ich hake nach: " Interessieren dich Frauen in unserem Alter gar nicht?" " Oz schnaubt verächtlich. " Ich bitte dich Oli, die haben mir gar nichts zu bieten, während gestandene Frauen für mich eine Quelle der Inspiration sind. Ihre Interessen sind den Meinen wesentlich ähnlicher. Ausserdem Oli, darf ich dran erinnern, das auch du schon mit einer reiferen Dame Sex hattest?" Verdammt stimmt! Ich muss schmunzeln als die Erinnerung an dieser Nacht wieder in mein Bewusstsein kommen. Soweit ich es noch weiß war sie die Mutter eines Fans. " Stimmt Oz und die Nacht war heiß. Zwar Nichts im Vergleich zu den Nächten mit Sanne aber doch ...ja... es hatte was." Ich laufe weiter und grinse in mich hinein. Die Vorstellung das Oz ältere Damen bevorzugt amüsiert mich. Obwohl es nur logisch ist, das er sie mag. Er wirkt Älter als er ist und ich kann mir lebhaft vorstellen das er für Damen mittleren Alters interessant wirkt.
Nach 30 Minuten Laufen begeben wir uns zu den Geräten. Wir starten ganz locker mit einigen Sit Ups und Crunches ohne Gewichte. Da ich an der Narbe nichts merke, werde ich mutiger und erhöhe die Wiederholungen. Wir machen von den Übungen jeweils drei Sätze und auf dem Weg zu den Seilzuggeräten entdecke ich eine Klimmzugsstange. Ich gehe gradewegs darauf zu und höre wie Oz hörbar aufstöhnt. " Och nee, Oli, komm schon, da halte ich nie im Leben mit!" Ich lache. " Ich habe nie von dir verlangt das du da mithalten sollst!" sage ich und springe an die Klimmzugsstange. Einige Sekunden lasse ich mich nur hängen und sehe wie Oz sich vor mich hinstellt, die Arme verschränkt und die Augenbrauen hochzieht. Ich spanne meinen ganzen Körper an und ziehe meinen Unterkörper mit gestreckten Beinen ganz langsam seitlich hoch. Ich liebe diese Übung, weil ich dabei nahezu alle Muskeln in meinem Oberkörper spüre. Ich wiederhole es auf jeder Seite 30 mal und während der ganzen Zeit muss sich nicht einmal absetzen. Oz schafft das Nie und er verzweifelt fast dran. Einige der Hotelgäste, die ebenfalls im Raum sind beobachten mich nun auch aufmerksam. Zwischen den Sätzen lasse ich mich immer einige Sekunden hängen und spüre wie meine Rumpf und Rückenmuskulatur leicht brennt. Ohne Frage, die Übung ist anstrengend, aber ich liebe sie. Als ich auf beiden Seiten 3 Sätze a 30 Wiederholungen gemacht habe, lasse ich mich von der Klimmzugstange vorsichtig fallen. Das Gefühl, wenn sich die Muskeln augenblicklich entspannen ist unglaublich und ich dehne sofort meinen Oberkörper. Als ich Oz herausfordernd ansehe schüttel er nur den Kopf. Ich grinse ihn an und er verdreht die Augen. " Angeber!" raunt er und ich muss lachen. Am Kabelzug machen wir Kabel Crunches mit Gewichten. Beim ersten Wechselt vergisst Oz die Gewichte für sich anzupassen und als er den Kabelzug greift und ihn an sich ziehen will stöhnt er abermals auf. " Alter, sag mal, wer von uns beiden ist operiert worden?" Ich lache und stecke die Gewichte um, nachdem er das Kabel los gelassen hat. " Eigenartiger Weise fühle ich mich auch nicht so. Liegt vermutlich daran, das mir der ganze Vorfall ja was sehr Schönes eingebracht hat. Weißt du Oz, es fühlt sich an, als ob Sannes Liebe mir unendlich viel Kraft gibt. Ich glaube das ich mit ihr an meiner Seite Berge versetzten kann." Oz sieht mich ernst an und nickt dann zustimmend. " Scheint fast so." An dem Kabelzug machen wir zwei Übungen und zum Abschluss wollen wir uns dann noch zwei Übungen mit den Kurzhanteln antun.
Nach knappen zwei Stunden sind wir dann durch und nach einem ausgiebigen Strechprogramm gehen wir unter die Dusche. Als wir bei Sanne ankommen ist es schon 20.30 Uhr. Marika stürmt sofort auf uns zu als wir die Wohnung betreten. " Das war eine richtig gute Pressekonferenz!" Ich lache und bedanke mich bei ihr. Sie wirkt erstaunlich entspannt und man sieht ihr an das sie verliebt ist. Das erklärt warum sie gestern über Nacht weg blieb. " Falls ihr noch was Essen wollt, in der Küche steht ein Salat. Dazu gibt es Bagette." Oz stürmt sogleich in die Küche, während ich mich in Sannes Zimmer begebe. Als ich es betrete sitzt sie vor ihrem Wäscheschrank am Pc. Sie strahlt mich an, als sie mich sieht und wieder setzt für einen Augenblick mein Herz aus. " Du siehst so gut aus!" Ich lache. " Danke, war dein Werk." Sie lächelt mir liebevoll zu. " Da gab es für mich nicht Viel zu tun." Ich beuge mich zu ihr hinab und küsse sie zärtlich. Ich lasse meine Nase durch ihre Haare gleiten und atme ihren Duft ein, berausche mich einmal mehr an sie. Ein Blick auf ihren Pc verrät mir, das sie wohl grade im Begriff war sich die Pk online anzusehen. Ich hole mir einen Sessel und setzte mich neben sie. " Du hast keine Vorstellung wieviele Videos auf Youtube von der Pk zu finden sind." sagt sie lachend und startet dann ein Video. Sie steht auf, schiebt ihren Stuhl zur Seite und setzt sich auf meinen Schoß und kuschelt sich an mich. Ich liebe es, sie so nah zu spüren und halte sie fest in meinem Arm. Als das Video vorbei ist sieht mich Sanne strahlend an und küsst mich. " Danke, das du meine Identität schützt." " Gern geschehen. War aber nicht ganz uneingenützig. Ich hab noch 4 Tage, die ich gerne ungestört mir dir verbringen möchte!" Sanne kichert und küsst mich ein Weiters mal. " Jetzt ist mir aber auch klar, warum einige Kollegen mir unterstellten, das unsere Beziehung ein Fake sei." Fuck! Wieso Fake? Was ist denn jetzt los? Ich sehe sie verblüfft an und Sanne mus grinsen. " Wie kommen sie denn auf so einen Gedanken?" " Ist dir das echt nicht klar?" Ich schüttel entgeistert den Kopf. " Du hast Oz quasi eine Liebeserklärung gemacht und das vor der Weltpresse und dazu noch Live im Fernsehen. Manche Menschen könnten da durchaus was falsch verstehen." " Sanne, ich bitte dich...das ist doch absurd...kann man denn als Mann keinen Mann seine Gefühle offenbaren ohne Gefahr zu laufen als Schwul zu gelten?" Sanne sieht mich liebvoll an und streicht mir sanft übers Kinn. " Mich musst du das nicht fragen. Ich finde es toll, wenn ein Mann das kann und sich einen Dreck drum scherrt, was Andere davon halten könnten. Aber auf viele Menschen wirkt so ein Verhalten durchaus befremdlich, keine Ahnung warum."
" Na Bravo, jetzt bin ich nicht nur egoistisch und oberflächlich, nein, jetzt bin auch noch schwul...gut aussehend, aber schwul." feixe ich und küsse Sanne leidenschaftlich. " Zwischen zwei Küssen haucht sie. " Ich liebe dich so wie du bist...auch schwul!" Ich muss grinsen. Da fällt mir wieder das Gespräch mit Herrn Zanchetti ein und ich erzähle Sanne davon. Sie sieht mich ungäubig an. " Dolce und & Gabbana?" Ich nicke. " Welcher Fotograf soll die Bilder machen?" " Er hat den Namen zwar erwähnt aber...naja...schon wieder mal vergessen." sage ich und blinzel sie verlegen an. " Mariano Vivanco?" fragt sie und nun blicke ich sie verblüfft an. " Ja, genau der soll das machen. Kennst du ihn etwa?" Erstaunt stelle ich fest das Sannes Augen vor Aufregung anfangen zu leuchten. Sie spring auf und läuft zu ihrem riesigen Bücherregal und greift nach einem Bildband. Sie setzt sich wieder auf meinen Schoß und hält mir das Buch hin. " David Gandy by Dolce & Gabbana. Hmm...kenn ich nicht...wer ist das?" " Das, mein Herz, ist das Gesicht von Dolce & Gabbana. Er gab etlichen Kampagnen sein Gesicht und ist das wohl berühmteste Männermodel der Welt. Mariano Vivanco hat Viele der besten Bilder von David Gandy gemacht. Er ist ein fantastischer Fotograf und es ist eine Ehre von ihm abgelichtet zu werden." Ich sehe mir den Bildband an und verstehe was Sanne meint. Die Bilder sind teilweise atemberaubend schön und voller Natürlichkeit. Der Fotograf mag definitv Aktfotografien, viele Bilder zeigen einen sehr spärlich bekleideten David Gandy. " Was mich interessieren würde: das Buch, warum hast du das? Wegen dem Fotografen oder dem Model?" Sanne kichert und ich stelle amüsiert fest das sie errötet. " Wegen dem Modell." Ich muss grinsen. " Du hast jedenfalls einen bestimmten Typ Mann auf den du stehst." sage ich und lächel sie sanft an. " Vielleicht kannst du ja bei dem Fotosooting dabei sein? Es wird, vermutlich, in der Woche stattfinden wenn ich in New York sein werde. Meinst du du kannst dir da einige freie Tage organisieren? Ich möche dir auch gerne mal meine Welt zeigen und New York wäre ein sehr guter Anfang." Sanne strahlt mich freudig erregt an. " Nichts wird mich davon abhalten können, ich hab eh noch Resturlaub, den ich einfach einfordern werde."
Nun küsst mich Sanne leidenschaftlich. Ich erwidere ihren Kuss mit gleicher Leidenschaft und spüre wie mich die Lust auf diese Frau voll erwischt. Sanne rutscht etwas nach vorn zu meinen Knien und zieht mein Shirt hoch. Sie saugt scharf die Luft ein als mein Unterbauch sichtbar wird. Ihre Finger gleiten über meine Muskeln und ich spüre wieder dieses faszinierende Kribbeln was von ihren Fingern ausgeht und meinen ganzen Körper durchströmt. " Hmm, du hast trainiert." murmelt sie und fährt mir den Fingern meine V-Cut Linien nach. Himmel, ich hatte keine Ahnung das das eine erogene Zone bei mir ist! " Oh Gott...verdammt, das fühlt sich gut an." stöhne ich, völlig überwältig von dem was ich grade empfinde. Sanne öffnet nun meine Jeans, erst den Knopf, dann den Reißverschluss und befreit meinen harten Schwanz, der ihr förmlich entgegen springt. Als sie ihn berührt stöhne ich laut auf. Wie kann es sein das alles sich so intensiv anfühlt? Ich kann mich jetzt nicht mehr beherrschen, stehe auf und trage Sanne zum Bett. Küssend lassen wir uns darauf sinken und ziehen uns gegenseitig aus. Ich sehe in ihren Augen unbändige Lust auf mich, was mich zusätzlich erregt. Ihre leichten Berührungen, ihre sanften Küsse, mit denen sie meinen Körper bedeckt treiben mich fast in den Wahnsinn. " Ich liebe dich so sehr." raune ich in ihr Ohr und küsse sie sanft auf ihren Hals. " Ich will mich in dir verlieren. Wie kann man einen Menschen so sehr begehren? Du machst mich wahnsinnig, Sanne." stöhne ich. " Ich liebe dich, Oli." flüstert Sanne zärtlich und ich spüre wie ihre Hände langsam, ganz langsam abwärts wandern.
Kapitel 13
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