Ich renne Oz hinter her. Als ich die Lobby erreiche, sehe ich, das er bereits am Ausgang des Hotels ist. Ich laufe ihm nach, wohl Wissend, das ich ihn kaum einhole, wenn er schon das Laufen angefangen hat, ohne mich total zu Verausgaben und somit die 20 Kilometer, die wir ja Laufen wollen, abhaken kann. Ich sehe mich um und entdecke Oz wie er bereits durchs Brandenburger Tor läuft. Verdammt, scheiß drauf. Er kann mir nicht ewig davon laufen! Ich entschließe mich ihm in meinem Tempo zu folgen. Einige die Passanten erkennen mich und rufen mir Grüße zu, die ich mit einem Lächeln erwiedere. Als wir am Tiergarten ankommen, sehe ich wie Oz das Tempo reduziert. Er scheint nun auf mich zu warten. Ich schliesse zügig zu ihm auf und sehe ihn mit zusammen gekniffen Augen von der Seite an. " Du wirst die Finger von meiner Mutter lassen!" sage ich ihm, vorher mich vergewissernd, das uns Keiner hören kann. Oz schnaubt verächlich. " Letztlich Oli, wirst du das nicht zu entscheiden haben, wenn es denn soweit kommen sollte." " Und ob ich das Entscheide! Oz, es wäre absurd und würde allem Widersprechen woran ich glaube. Wenn dir was an unsere Freundschaft liegt, wirst du die Hände von meiner Mutter lassen!" Oz bleibt abrupt stehen und sieht mich entgeistert an. " Das, Oli, hätte mit unserer Freundschaft gar Nichts zu tun,...wenn deine Mum und ich... zusammen wären." " Doch Oz, das hätte es. Würdest du mit deinem vermeintlichen Stiefvater in Spe befreundet sein wollen? Ich glaube kaum, weil es auch viel zu ... abgedreht wäre." Oz sieht mich kopfschüttelnd an. " Oliver, du bist in einem Alter, wo kein Stiefvater dir irgendwelche Vorschriften machen würde. Du bist Erwachsen und triffst deine eigenen Entscheidungen. Ein Mann deiner Mutter würde nie die Rolle eines Vaters einnehmen. Wenn deine Mutter entschließt, sich wieder binden zu wollen, dann macht sie das, weil sie es will und nicht um dir einen Vater zu präsentieren! Von daher ist deine Argumentation totaler Blödsinn. Zwischen uns würde sich gar Nichts ändern. Kein Mann, der einen gesunden Menschenverstand besitzt, wird versuchen sich als dein Vater auf zu spielen. Und ich würde es genau so wenig machen. Das Einzige was sich verändern würde wärst du Oli, weil es in deiner Vorstellung sowas nicht geben kann, nicht geben darf. Deine Mutter ist eine Frau, die Bedürfnisse hat und sie wird diese auch befriedigen." Ich sehe ihn erstaunt an. " Du kapierst es nicht, oder? Mir ist klar das kein Mann meiner Mutter ein Vater für mich sein will." Ich atme tief ein und sehe Oz ernst an. " Wenn ich jemals erfahren würde das du was mit meiner Mutter hättest ... Oz ... ich ... ich glaube, ich würde dich töten!" Oz knallt die Kinnlade runter, aber ich spüre in dem Moment wie ich es sagte, das es die Wahrheit ist. Ich würde Oz töten. Ich weiß nur nicht genau warum ich das tun würde. Weil er meine Mutter vögelt, oder weil er mich damit verrät? Ja, es wäre Verrat an unserer Freundschaft. Ich könnte unmöglich mit ihm befreundet sein wenn ich wüsste das er mit meiner Mutter schläft. Allein die ganzen Erinnerungen die uns verbinden, von denen meine Mum nichts weiß, nein, ich könnte das nicht zu lassen ... niemals. " Weißt du eigentlich was du da sagst?" fragt mich Oz schockiert. Ich nicke. " Ja Oz das weiß ich und ich meine es auch so!" sage ich und laufe weiter.
" Du würdest mich töten, weil du denkst ich würde dich verraten, wenn ich mit deiner Mutter zusammen wäre?" fragt Oz ensetzt nach. " Ja Oz, das würde ich tun." Wir laufen schweigend weiter. Ich starte den Schrittzähler und laufe in meinem Tempo weiter. Ich achte nicht weiter auf Oz und so kommt es, das ich erst nach einer ganzen Weile merke, das er nicht mehr da ist. Ich sehe mich überrascht um. Fuck, wo ist er hin? Ich entschliesse mich, die 20 Kilometer alleine zu laufen und Oz, vielleicht auch mir, die Gelegenheit zu geben uns zu beruhigen. Ich habe wirklich keine Ahnung, warum mich das so anpisst doch ich weiß, daß ich es nicht ertragen könnte, wenn Oz und meine Mum ... nein, einfach zu absurd, daran will ich nicht länger denken! Nach 1,5 Stunden kehre ich zum Adlon zurück, dusche und stelle mit entsetzten fest, das Oz nicht mehr im Adlon ist. Der Concierge teilt mir auf Nachfrage mit, das Oz vor über eine Stunde das Adlon mit dem Wagen verlassen hat. Jetzt bin ich wirklich sauer denn er weiß das ich noch einen Termin in der Charite habe und jede Minute bis heute Abend durchgeplant war.
Als ich bitte, das man mir einen Wagen organisieren soll, teilt man mir mit das draussen ein Wagen bereits auf mich wartet. Ich atme tief ein. Gut, wenigstens hat er daran gedacht.
Als ich in der Charite eintreffe sehe ich, daß Sanne mich anscheindend in der Lobby erwartet hat. Ich strahle sie an, aber als ich ihren Gesichtsausdruck sehe, entgeleiten mir meine Gesichtszüge. Himmel, was ist denn nun los? Ohne was zu sagen, ergreift sie meine Hand und geht mit mir ins Sprechzimmer von Dr. Hoffmann. Dr. Schneider ist noch nicht da und ich sehe, wie Sanne hinter uns die Tür abschliesst. Jetzt bin ich nervös, sehr nervös und ich beginne zu ahnen, das es um Oz geht. Sanne kommt auf mich zu und den Blick mit dem sie mich ansieht ... aua... den möchte ich, wenn möglich, nicht sooft sehen, am Besten gar nicht. Ich überlege ernsthaft mir meine Jacke und mein Sweater aus zu ziehen und mein schönstes Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, verwerfe die Idee aber schnell wieder. Als sie vor mir steht verschränkt sie ihre Arme und blickt mich wütend an. Ihre Augen blitzen gefährlich und ich muss schlucken. " In diesem Augenblick, packt Oz seine Sachen. Sein Flug ... in die USA... geht um 19 Uhr! Wenn du ihn nicht aufhälst, verlierst du hier und jetzt deinen besten Freund." Ich blinzel und merke, wie sich mein Herz zusammen zieht. Fuck, warum macht er das? " Wenn du dich jetzt fragen solltest, warum er das macht, dann überleg mal Oli ... was glaubst empfindet ein Mensch, der dich mehr mag, ja sogar schon liebt, als er in Worte fassen kann, wenn er von dir zu hören bekommt, das du ihn, wenn xyz eintritt töten wirst?" Ich starre Sanne an, unfähig irgendetwas zu sagen, das es erklären könnte, denn ich spüre nur zu deutlich, das meine Äusserung, die ich Oz gegenüber machte für Sanne ein absolutes No Go ist. Sanne sieht mich mit unergründlichen Augen an. Als ich noch immer Nichts sage, fährt sie fort. " Ok, Oli, du hast zwei Möglichkeiten. Die Erste ist, das du deinen Arsch sofort zu mir bewegst und Oz zum bleiben überedest, auch wenn ich in diesem Augenblick stark bezweifel das er bleiben wird. Oder die Zweite Möglichkeit, es ist dir Scheiss egal. In diesem Fall würde ich dich dann allerdings bitten, um unser beide Willen, das du deine Sachen holst und aus meinem Leben verschwindest!"
Was? Fuck? Was zu Hölle geht hier vor?
" Wie bitte? " frage ich entgeistert nach. Ich kann einfach nicht glauben was ich da höre! " Du hast mich schon verstanden, Oliver!" " Du würdest, ernsthaft, mit mir Schluss machen, auf Grund einer Meinungsverschiedenheit mit Oz?" Den Blick, den Sanne jetzt hat, läßt mein Blut in den Adern gefrieren. " Fazinierend, was du verstehst von dem was ich dir gesagt hab. Die ... Meinungsverschiedenheit ... wie du es bezeichnest geht mir am Arsch vorbei. Aber nicht die Tatsache, das du Jemanden drohst ihn zu töten! Sowas sagt man nicht leichtfertig daher Oliver. Ich wurde schon bedroht, von einem ehemaligen Patienten, der mich 3 Jahre lang stalked und auch er hat mir mehr als einmal angedroht mich zu töten. Ich nehme solche Äusserungen sehr Ernst und kann sie nicht tolerieren. Und schon gar nicht bei Menschen in meiner unmittelbarer Nähe. Wenn du das wirklich so gemeint hast, was du Oz heute gesagt hast dann bist du nicht der Mensch für den ich dich gehalten habe und wir sollten es sofort beenden. Ich kann mit Niemanden zusammen sein, der so leichtfertig mit Morddrohungen umgeht, vorallem wenn er auf die betreffende Person sowieso schon angsteinflößend wirkt. " Ich sehe Sanne nun schockiert an. " Du hast Angst vor mir?" frage ich sie und spüre, wie der Boden unter meinen Füßen scheinbar nachgibt. " Nein Oli, das hab ich ... noch nicht. Ich rede von Oz. Ich weiß zwar nicht wie ihr euch damals kennen gelernt habt, was genau du gemacht hast, aber das führte dazu, das Oz anscheinden eine heiden Angst vor dir entwickelt hat und er befürchtet das du eine tickende Zeitbombe bist." Fuck! Das erklärt so Einiges!
" Ich sehe dir an, das du verstanden hast. Treffe deine Entscheidung Oli. Und wenn du die richtige Entscheidung getroffen hast, dann würde ich mich sehr freuen dich nachher um 20 Uhr hier zu sehen. Falls nicht ... dann sei bitte nachher aus meinem Leben verschwunden. In dem Fall wünsche ich Dir ein schönes Leben und das du das findest, was immer du suchst. Ich werde dich jedenfalls niemals vergessen!" sagt sie und verläßt, ohne sich noch einmal zu mir um zu drehen, das Sprechzimmer. Ich sehe ihr sprachlos hinter her. Ok, Barret, sie weiß was sie will und was nicht! Und dieses morddrohende Arschloch will sie definitiv nicht! Ich atme tief durch und in meinem Kopf dreht sich alles. Ich bin nicht bereit weder Sanne noch Oz zu verlieren.
Ich stürme aus dem Sprechzimmer und als ich den Wagen erreiche, herrsche ich den Fahrer an, das er mich so schnell wie möglich zu Sanne bringen soll. Als wir vor ihrer Tür ankommen bitte ich den Fahrer zu warten. Da ich ich nicht weiß ob Oz noch da ist und ich auch keinen Wohnungsschlüssel habe, will ich mich erst vergewissern das man mir öffnet. Als ich an der Klingelanlage klingel, spüre ich das ich sehr nervös bin. Was mach ich, wenn Oz nicht mehr da ist? Ich weiß doch gar nicht zu welchem Flughafen ich dann muss. Und was mach ich wenn er da ist? Wie kann ich das was ich gesagt habe, ungeschehen machen? Will ich das überhaupt? Natürlich will ich das, ich bin nicht bereit heute Oz oder Sanne zu verlieren. Der Hinweis von Sanne, das Oz Angst vor mir hat, auf Grund der Art wie wir uns kennen lernten erklärt Vieles was ich bisher an Oz Verhalten nicht verstanden habe. Verdammt, wie konnte ich das nur vergessen?
Als mir geöffnet wird atme ich erleichtert auf, denn ich weiß das es nur Oz sein kann, da Marika um diese Zeit meist beim Training ist. Ich gebe dem Fahrer vom Adlon ein Zeichen und er fährt davon. Ich sprinte die Treppe hoch und betrete, nicht wissend, was ich erwarten soll, die Wohnung. Ich finde Oz in seinem Zimmer, wo er damit beschäftigt ist seine Sachen zusammen zu räumen. Ich bin mir ziemlich sicher das er meine Anwesenheit spürt doch er macht keine Anstalten sich zu mir um zu drehen. Da ich keinen Schimmer habe, wie ich das Gespräch beginnen soll, beobachte ich Oz ein paar Minuten lang schweigend. Während der ganzen Zeit würdigt er mich keines Blickes und es pisst mich unsagbar an. Ich atme tief durch. " So soll es also Enden?" frag ich Oz nun direkt. Er zuckt nur mit den Schultern und sieht mich noch immer nicht an. Ich ertrage seine Unnahbarkeit keine Sekunde mehr und nähre mich ihm. Als ich bei ihm bin, pack ich seine Schultern und drehe ihn zu mir um. Mit Entsetzen sehe ich, das er weint. Erschüttert bis in Mark lasse ich ihn los und starre ihn fassungslos an. Statt irgendetwas zu erwidern packt Oz weiter seine Sachen ein und ich spüre das ich wirklich dabei bin ihn zu verlieren, ihn, der mich seit Kindertagen begleitet, immer für mich da war und dem ich mein Leben, mein ganzes Leben anvertraue.
" Verdammt Oz!" fahre ich ihn an und ich sehe wie er zusammen zuckt. Fuck! Das ist echt nicht gut! " Hast du dir das echt so zu Herzen genommen was ich vorhin gesagt habe?" Mir ist durchaus klar das es so ist aber um eine Reaktion von ihm zu bekommen, irgend Eine, stelle ich mich jetzt bewusst dumm. Und ich habe Erfolg. Oz sieht mich verdattert an und schüttelt dann unwirsch den Kopf. " Was glaubst du wohl? Das ich deine Morddrohung als Scherz ab tue? Oli, du vergisst das ich dich sehr gut kenne und ich weiß, wie Gewaltätig du sein kannst, ganz besonders dann wenn dich deine Gefühle überfordern und du Alkohol getrunken hast." " Autsch!" sag ich, aber ich weiß das er mit jedem Wort Recht hat. Wenn ich zu viel Alkohol trinke, verliere ich die Kontrolle und leider ist es auch schon ab und an passiert. Ich habe es nur dem schnellen Eingreifen von Oz oder einen der anderen Jungs zu verdanken, das diese Tatsache bisher kaum in die Öffentlichkeit kam. " Und genau deswegen trinke ich ja kaum noch Alkohol. Ich bin nicht bescheuert Oz. Ich bin nur entsetzt darüber, das du ernsthaft daran zu Glauben scheinst, das ich dich wirklich töten könnte. Verdammt Oz, du bist mein bester Freund, mein Verbündeter. Ohne dich wäre ich heute nicht hier, wäre nicht der Oliver Barret der ich bin. Oz, du weißt das ich dich liebe und du glaubst das ich dir Leid antun könnte? Soweit ich weiß, habe ich dir noch nie Wehgetan, also körperlich und ich bin 1000% davon überzeugt das ich es auch nicht könnte, selbst wenn du mir ein Messer in die Brust rammen würdest. War Dienstag Nacht nicht Beweis genug? Ich würde ehr zulassen das du mir Weh tust als ich dir weh tun könnte." Ich sehe ihn an, in der Hoffnung, das meine Worte ihn irgendwie erreichen.
Oz sieht mich mit traurigen Augen an und ich muss schlucken. " Ich sehe oft vor meinem geistigen Auge den Moment wo wir uns kennen lernten. Oli, du hast Kevin damals fast tot geschlagen und wie Alt waren wir da? 8 oder so? Ich weiß das du mich da nur beschützen wolltest aber seit dem Moment weiß ich wozu du in der Lage bist wenn du Ausrastest und das macht mir eine heiden Angst, zumal du heute wesentlich Stärker bist als damals und .... vermutlich ... Jemanden mit einem Schlag ins Jenseits befördern kannst." " Moment, um dich richtig zu verstehen .... sagst du, das du eigentlich dich nur mit mir abgibst weil du Angst vor mir hast?" Ich starre Oz ungläubig an, ich kann es einfach nicht Glauben was ich da höre. Oz atmet tief ein. " Am Anfang schon, ja. Ich wollte dich nicht als Feind haben und dachte, das es besser wäre mich auf deine Seite zu schlagen. Oli, du hast anscheinend wirklich keine Vorstellung wie du auf deine Umwelt wirkst, oder? Selbst als Kind warst du eine sehr starke Persönlichkeit und Viele hatten Angst vor dir. Deine Größe und deine körperliche Kraft trugen dazu noch bei. Am Anfang kam es mir ehr so vor, als ob du mich in deiner Nähe erduldest und ich versuchte dir zu Gefallen um halt nicht deinen Missmut zu erregen. So richtig begriffen, das wir Freunde sind, habe ich erst in der Highschool. Ich hatte immer das Gefühl, das ich dir hinterher laufe doch dann kam die Zeit, wo du dann anfingst ab und an mir hinterher zu laufen. Da erkannte ich, das ich dir nicht völlig egal bin."
Ich kann mich sehr gut an diese Zeit erinnern und weiß, was Oz meint. Ich war schon immer der Größte und der Stärkste. Was mir allerdings völlig Neu ist, ist die Tatsache, das Viele anscheindend echt Angst vor mir hatten. Und das Oz am Anfang dazu gehört nervt mich, sogar sehr. " Ich habe dich vor diesem Scheisskerl Kevin beschützt, Oz! War das nicht schon ein eindeutiges Zeichen das ich dich mag?" frage ich ihn fassungslos. Oz sieht mich nachdenklich an. " Mir war das wirklich nicht klar, Oli. Ich dachte, das du zufällig da vorbei gekommen bist und nur eingeschritten bist weil ich schon auf dem Boden lag." Ich schüttel betrübt den Kopf. " Wir müssen langsam damit anfangen an unserer Kommunikation zu arbeiten. Ich bin mir im Augenblick nicht einmal mehr sicher, ob wir überhaupt die selbe Sprache sprechen." " Genau das ist mit ein Grund warum ich nach Hause fliegen möchte. Wir haben uns noch nie sooft gestritten wie in den letzten Tagen und das zerrt sehr an meinen Kräften. Ich weiß nicht woran es liegt, Oli, aber ich denke das es besser wäre, wenn sich unsere Wege jetzt ... hier... trennen." Was?Nein! Ich schlucke, denn das ist genau das was ich nicht hören will. " Das ist keine Option Oz! Du gehörst zu Solitary Brave ... du gehörst zu mir! Das mit den Streits tut mir mehr leid als ich dir sagen kann, ich weiß ja auch nicht was im Moment los ist, warum ich Vieles auf die Goldwaage lege. Ich kann dich nur bitten Geduld mit mir zu haben und dir nicht Alles was ich sage so zu Herzen zu nehmen. Du weißt besser als jeder Andere sonst, das ich Viel sage aber das Wenigste meine." Ich sehe Oz flehend an. " Was ich aber ganz bestimmt weiß ist, daß ich auf dich nicht verzichten kann und will. Ich bin ein Arsch, ein Oberflächliches noch dazu, aber du bist einer der wenigen Menschen, deren Meinung mir sehr wichtig ist. Du bist doch der Hauptgrund,warum ich bisher noch nicht im Gefängnis gelandet bin. Ich möchte nicht wissen was du und Rick so alles veranstaltet habt um mich davor zu bewahren. Mir ist bewusst Oz, das ich es euch beiden zu verdanken hab das es Solitary Brave nach 2005 überhaupt noch gab." Ich atme tief ein und halte Oz an seinen Schultern fest und sehe ihm tief in seine Augen. " Du bist doch der Grund, warum ich kaum noch Alkohol trinke und mich auch, was Drogen angeht, zurück halte. Mir ist bewusst was ihr für Schererein wegen mir gehabt haben müsst. Wenn du nicht wärst Oz, wäre ich vermutlich schon längst tot!" Als ich das Ausspreche spüre ich, das es die reine Wahrheit ist. Wäre Oz nicht da würde ich hier heute nicht stehen und um seine Freundschaft kämpfen.
" Was muss ich tun, damit du bleibst ... bei mir bleibst?" Oz blinzelt hektisch und atmet tief ein. " Ich weiß es nicht Oli. Ich weiß es wirklich nicht. Ich will ja nicht weg, aber ich glaube das es einfach das Beste im Augenblick ist." "Das Beste für wen?" frage ich ihn direkt. Für mich wäre es nicht das Beste, nein, ehr im Gegenteil, für mich wäre sein Fortgang die Hölle! " Willst du wirklich gehen Oz? " Ich sehe ihn noch immer gradewegs in seine kornblumenblauen Augen, in denen ich Zweifel erkennen kann. Aufeinmal schüttelt er langsam den Kopf " Nein, Oli, das will ich nicht:" Gott ... danke! " Dann bleib um Himmels Willen und wenn ich dir wieder mal Dumm kommen sollte dann schlag mir einfach eine in die Fresse! Ich verspreche dir, das ich nichtmal nach dem Warum fragen werde, da ich ganz sicher sein kann das es dafür einen Grund geben wird." Zum ersten mal muss Oz schmunzeln. Ich atme erleichert aus und grinse ihn frech an. " Ich bezweifel, das ich groß genug bin an deine Fresse überhaupt ran zu kommen." sagt Oz und zwinkert mir zu. Ich lache erleichtert auf und nehme ihn in meine Arme. Er erwidert die Umarmung. " Ich werd dich nie im Leben gehen lassen Oz. Es mag sein das es Phasen geben wird, wo ich nicht mit dir reden will, aber ich bin mir absolut sicher, das ich dich immer an meiner Seite wissen will, egal was kommen mag!" Ich spüre wie Oz tief einatmet und sich dann langsam aus meiner Umarmung löst. " Damit kann ich leben Oli." sagt Oz und lächelt mich an. " Soll ich dir beim Auspacken helfen?" Oz lacht. " Nein Oli, das bekomme ich noch alleine hin. Du solltest dich langsam fertig machen für das Candlelightdinner mit Sanne." "Stimmt, das sollte ich. Tust mir noch einen großen, einen sehr großen Gefallen?" Oz sieht mich überrascht an, als er aber meinen Blick sieht weiß er sofort um was ich ihn bitten will. " Ich werde sie anrufen und ihr sagen das ich bleiben werde." sagt Oz und beginnt seine Sachen aus zu packen.
Als ich auf die Uhr schaue stelle ich entsetzt fest das es schon nach 17 Uhr ist und ich hab ja noch Einiges zu tun. Nach der Dusche und einer ausgiebigen Rasur zieh ich mir einen schwarzen Anzug an. Auf eine Kravatte verzichte ich aber, da Oz sagte das man im Fischers Fritz keine Kravatte benötigt. Die obersten Knöpfe meines weißen Hemdes lasse ich auf. Als ich mich im Spiegel betrachte beobachtet mich Oz intensiv. Ich schmunzel als ich ihn bermerke. Er grinst und schüttelt den Kopf. " Was gibs denn so Witziges zu sehen?" frag ich ihn. " Ich hab mich nur grade gewundert, warum man dich nicht vorher fürs Modellen entdeckt hat. Egal was du trägst Oli, an dir sieht alles toll aus." "Danke für das Kompliment. Ich behaupte jetzt einfach mal, das ich zum Modelln einfach zu groß und zu breit bin. Schau dir doch die ... Knaben an auf den Laufstegen. Hinter mich können sich zwei von denen locker verstecken. By the way, hast du den Zanchetti schon angerufen um das mit den New York Termin klar zu machen? " " Ähm nein, sollte ich es denn schon abklären? Willst du nicht vorher mit Richard drüber sprechen?" Ich sehe Oz erstaunt an. " Warum sollte ich mit Richard darüber reden? Das hat mit der Band nichts zu tun und Oz .... Richard ist der Bandmanager. Du bist mein .... Lebensmanager, ergo es fällt in dein Ressort." sag ich zwinkernd zu Oz. " Oh oh, Lebensmanager," lacht Oz nun, "wenn dem so ist dann werd ich mal dein Leben managen. Es ist geplant das du 7 Tage in New York bist. Ist dir der Tag egal wann das Fotoshooting sein soll?" Ich überlege kurz. " Es wäre schön, wenn Sanne dabei sein könnte, sie bewundert die Arbeit von dem Fotografen." Oz nickt." Ok, dann werd ich zu sehen das wir den Termin ehr mittig legen. Ich halte dich auf dem Laufenden."
Als der Limousinenfahrer klingelt bin ich Start klar und super nervös. Ich hab noch immer nicht Sannes Blick und ihre Reaktion von heute Mittag verarbeitet. Ich kann nur hoffen das Oz mit seinem Anruf ein wenig die Wogen glätten konnte. Ich instruiere den Fahrer über die Wege die er heute fahren muss. Pünklich um 20 Uhr fahren wir vor dem Krankenhaus vor und ich steige aus um Sanne entgegen zu gehen. Als ich sie sehe, wie sie aus dem Ausgang kommt bleibt mir im ersten Augenblick das Herz stehen. Sie trägt einen langen schwarzen Baumwollmantel und trägt High Heels mit mindestens 10 cm Absätze. Als ich mich ihr nähre sehe ich das sie sich Geschminkt hat und einfach atemberaubend aussieht. Sie schenkt mir ein Lächeln, der mich meine Nervosität vergessen läßt. " Hi."murmel ich als ich bei ihr bin und küsse sie zärtlich. " Hi."haucht sie sanft zurück und da weiß ich, das sie mir nicht mehr böse ist. Ich reiche ihr meinen Arm und geleite sie zur Limousine. Ich bewundere sie still, wie sie mit diesen High Heels so graziös laufen kann. Als wir im Wagen sitzen spüre ich aufeinmal wieder dieses Kribbeln zwischen uns und ergreife ihre Hand. Alleine diese Berührung reicht aus um meine Lust auf Sanne ins Unendliche zu steigern und innerlich bete ich, das die Fahrt zum The Regent nicht all zu lange dauert. Ich ziehe scharf die Luft ein und Sanne betrachtet mich lächelnd von der Seite. " Du siehst fantastisch aus in diesem Anzug! Ein Brioni?" Ich sehe Sanne perplex an. "Sag bloß du erkennst das?" Sie kichert. " Ja, am Revers." Ich sehe sie wohl noch immer verblüfft an denn sie sieht sich nun gezwungen weitere Erklärungen ab zu geben. " Du kennst doch meine Schwäche für ein Männermodel und das ist der Grund, das ich einige Designes von Anzügen erkenne. D&G, Brioni und Tom Ford kann ich relativ gut auseinander halten." " Du überraschst mich immer wieder." sage ich, beuge mich zu ihr und küsse sie leidenschaftlich. Leider ist die Fahrt viel zu schnell vorbei.
Als wir die Hotellobby betreten werden wir sofort vom Hotelmanager höchst Persönlich im Empfang genommen. Da wir zeitig da sind empfiehlt uns der Manager das wir erst einmal eine Drink in der Hotelbar zu uns nehmen sollten, was wir dann auch tun wollen. Als ich Sanne aus ihrem Mantel helfe fällt mir die Kinnlade runter. Mein Blick fällt auf ihren halb nackten Rücken um den zwar ein sehr dünner Seidenschal liegt, der aber mehr zeigt als er verdeckt. Als sie sich zum mir umdreht, verschlägt mir ihr Anblick komplett den Atem. Sie trägt ein dunkel grünes, knielanges Neckholder Seidenkleid, dessen Ausschnitt atemberaubend ist. Ihre weibliche Figur kommt darin voll zur Geltung und ich habe ernsthaft Schwierigkeiten meinen Blick von ihrem Busen zu lösen. Ich atme tief ein und versuche die unbändige Lust, die ich für Sanne empfinde irgendwie in den Griff zu bekommen.Wir setzen uns an den kleinen Tisch, zu dem uns der Manager führte und bestellen einen Champagner. " Du siehst atemberaubend Schön aus!" raune ich Sanne zu. Sie strahlt mich darauf hin an. In ihren grünen Augen, die farblich zum Kleid passen, sehe ich, ihre Lust auf mich. " Genau wie du, Oli." sagt sie und zwinkert mir keck zu. Sie greift zum Champagnerglas und trinkt einen Schluck. Nach dem Schluck, leckt sie sich über ihre Lippen und das zu beobachten läßt mich fast in FLammen aufgehen. Das Bild das sich mir bietet fordert meine ganze Beherrschung damit ich nicht hier und jetzt über sie herfalle. Ihr Dekollté und den Blick den sie mir schenkt rauben mir die Sinne. Ich schlucke und versuche verzweifelt an etwas zu denken was mich von Sanne ablenkt. Aber mir will beim besten Willen Nichts einfallen. " Hast du das Kleid vorher schon einmal getragen gehabt?" frag ich Sanne, die mich daraufhin breit angrinst. " Ja, das habe ich. Warum fragst du?" Ich schnaube. " Wie konnte dein Gegenüber da Cool bleiben? Mir gelingt es jedenfalls nicht. Sanne, dieses Kleid an deinem Körper, ist eine Waffe!" sage ich und sehe sie sehnsuchtsvoll an. " Gott .... wie gerne würde ich dir das Kleid vom Leib reißen." flüstere ich ihr zu. Sie kichert und murmelt: " Später." Ich ziehe scharf die Luft ein. " Noch nie fand ich die Idee eines 4 Gänge Menüs so blöd wie in diesem Augenblick." erwidere ich. Sanne legt ihren Kopf schief und blickt mich durch ihre langen Wimpern an. " Ich finde die Idee gut, denn ich habe hunger."
Als unsere Tisch fertig ist und wir Platz genommen haben geniessen wir erst einmal die Atmosphäre im Raum. Im Kamin knistert ein Feuer und der Tisch ist sehr romantisch eingedeckt. Überall im Raum verteilt stehen Kerzen, die den Raum in eine wunderbares zartes Licht tauchen. Wenn es überhaupt möglich ist, sieht Sanne jetzt noch schöner aus und ich bezweifel, das ich vorher jemals Jemanden getroffen habe, der so Schön war wie sie. Im Hintergrund ist leise klassische Musik zu hören. Als uns der erste Gang gereicht wird, beginnt Sanne das Gespräch, auf welches ich schon gewartet hab. " Schön, das du das mit Oz klären konntest." sagt sie und sieht mich sanft lächelnd an. " Wenn ich das nicht hinbekommen hätte ... hättest du wirklich Schluss gemacht?" Sie schüttelt den Kopf. " Nein Oli, das hatte ich auch nicht gesagt. Ich hätte aber Schluss gemacht wenn du das Gespräch mit Oz nicht gesucht hättest. Ich habe eigentlich damit gerechnet das Oz auf jeden Fall fliegen wird. Umso überraschter... und glücklicher ... bin ich das du es irgendwie geschafft hast ihm zum bleiben zu überreden. Wäre er nach dem Gespräch mit dir trotzdem geflogen hätte es nichts an unserer Beziehung geändert. Die wäre nur beendet gewesen wenn dir das, was mit Oz war, scheißegal gewesen wäre." " Ich kann nur beten, das du nie Angst vor mir haben wirst. Oz hat mir begreiflich gemacht, das wohl viele Menschen Angst vor mir haben. Ich geb zu, ich war und bin vermutlich kein Unschuldslamm und neige ... auch zu agressiven Verhalten. Aber eins weiß ich 100%: Menschen, die ich liebe, könnte ich niemals Leid zufügen!" " Ich bin mir ziemlich sicher, das du mir bewusst niemals Leid zufügen könntest und darauf baue ich, Oliver. Ich liebe dich, mehr als ich es in Worte fassen kann und das was war ... der Mann der du mal warst, zählt für mich nicht. Ich glaube daran, das ein Mensch sich ändern kann, wenn er es denn will und ich kann nur hoffen, das ich ein sehr guter Grund bin, das du dich, ...falls nötig, ändern möchtest. Bisher gefällt mir der Mann, den ich als Oliver Barret kenne, ganz gut." sagt sie und schenkt mir ein Lächeln, welches alle Bedenken wegwischt. Wow, wie macht sie das nur? Wie schafft sie es mir das Gefühl zu geben ein guter Mann zu sein? Bin ich einfach besser wenn sie bei mir ist? Vermutlich! Ich strecke meine Hand nach der ihren aus und streiche mit meinen Fingern zärtlich ihre Fingerknöchel. " Du gibst mir das Gefühl stark zu sein. Seit ich dich kenne bin ich davon überzeugt da sich sogar Berge versetzten könnte und das gibt mir eine Sicherheit, eine Zufriedenheit wie ich es vorher noch nie gespürt habe. Deine Liebe ist es was mich Stark macht, Sanne, und ich möche nie wieder ohne deine Liebe sein!"
Als der vierte Gang kommt erzählt Sanne das man sie heute wieder gefragt hat, ob ich sie Samstag zum Betriebsfest begleite. " Willst du da wirklich nicht hin?" frag ich sie darauf hin. Sie sieht mich fragend an. " Ich mag solche Feiern nicht. Meist sind sie ehr langweilig und drehen sich auch nur um die Arbeit und wenn ich Feierabend habe möchte ich nicht an die Arbeit denken sondern mich mit was völlig anderem beschäftigen. Du musst dir so vorstellen, wie das ist wenn du auf andere Musiker triffts:ihr redet doch dann bestimmt auch nur über Musik, oder? Bei medizinischem Personal ist das nicht anders. Man nimmt sich zwar immer vor das nicht zu tun, aber irgendwann drehen sich alle Gespräche nur noch um den Job und das nervt mich dann total." Ok, das kann ich nachvoll ziehen, trotzdem würde ich zu gerne einige ihrer Kollegen kennen lernen. " Ich würde gerne gehen wollen und mich mit einigen deiner Kollegen unterhalten wollen. Wer weiß, vielleicht dreht sich diesmal nicht alles um die Arbeit." sage ich grinsend zu ihr. Sanne lacht auf. "Bestimmt nicht, wenn du dabei bist. Ich wage es aber zu bezweifeln das du ungestörte Unterhaltungen wirst führen können. Ausserdem wäre das jetzt doch etwas kurzfristig ... ich hab dafür Nichts an zu ziehen. Und den Hosen Anzug hab ich noch nicht in die Reinigung gebracht." Ich sehe Sanne erstaunt an. " An der Kleiderfrage sollte das nicht scheitern." sage ich und greife zu meinem BlackBerry. Nach dem dritten klingeln meldet sich Oz. Er klingt atemlos. " Bist du gerannt?" frage ich.
" Ähhm ... nein... nicht wirklich... was gibs Oli? " Im Hintergrund höre ich eine leise Frauenstimme und das irritiert mich für einen Moment. Verdammt, wieso nur bin ich so neugierig? Mist! Da ich aber Oz versprochen habe nicht weiter in seinem Liebesleben rum zu wühlen, versuche ich die Neugier zu ignorieren. " Wo geht man in Berlin shoppen? Am besten ein Ort wo es alles gibt, was das Herz begehrt!" frage ich Oz. Oz antwortet zeitgleich mit Sanne. " Ins KaDeWe." Ich sehe Sanne an und grinse. " Ok, Oz dann rufe da bitte morgen früh an und teile der Geschäftsführung mit, das Oliver Barret ein Vermögen mit seiner Freundin im KaDeWe lassen möchte, wenn sie sich bereit erklären, den Laden nach 20.30 für uns zu öffnen." Sanne knallt hörbar die Kinnlade auf den Tisch. " Ich denke, das sollte kein Problem sein." sagt Oz und ich beende das Gespräch. Als ich Sanne anblicke, sehe ich wie ihre Augen vor Aufregung strahlen. " Oh mein Gott, davon hab ich geträumt!" ruft sie kichernd. " Einmal das ganze KaDeWe nur für mich zu haben!" Sie strahlt mich an und ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. " Wunderbar, dann soll das der erste Traum sein, den ich dir erfülle!" sage ich zu ihr und zwinker ihr zu. Als ich weiter esse spüre ich plötzlich ihren Fuß an meinem Bein. Ich sehe sie überrascht an. Ich spüre wie ihr Fuß ganz langsam an meinem Bein hochgleitet und an der Innenseite weiter Richtung meines Schosses den Weg fortführt. Ich schlucke. Sanne blickt mich herrausfordernd an und legt ihren Kopf etwas schief. Ich atme tief ein, weil ich ihr Ziel kenne. Ich schieb mein Gesäß etwas weiter nach vorne. Und dann spüre ich auch schon ihren Fuß in meinem Schritt. Sie massiert mit ihren Zehen meinen Schwanz, der sofort reagiert. Ich zieh scharf die Luft ein. " Sanne ... was machst du nur mit mir?" frage ich lüsternd und geniesse diese überraschende Aktion.
Kapitel 15
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